Der frühere Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye ist tot. Er starb bereits am vergangenen Donnerstag im Alter von 85 Jahren, wie der von ihm mitbegründete Verein „Gesicht zeigen!“ mitteilte. Heye war von 1998 bis 2002 Sprecher der rot-grünen Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder (SPD) und engagierte sich später als Autor und Aktivist gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus.
Leben und Karriere: Vom Journalisten zum Regierungssprecher
Heye wurde im Sudetenland geboren und lernte sein journalistisches Handwerk unter anderem bei der „Süddeutschen Zeitung“, für die er von 1968 bis 1973 als Korrespondent in Bonn arbeitete. Anschließend wurde er Redenschreiber von Bundeskanzler Willy Brandt und blieb auch nach dessen Kanzlerschaft dessen Pressesprecher. Ab 1979 war er als freier Journalist tätig, bevor er 1990 Sprecher der niedersächsischen Landesregierung unter Ministerpräsident Gerhard Schröder wurde.
1998 holte Schröder ihn als Regierungssprecher nach Berlin. In dieser Funktion war Heye für die Außendarstellung der anfangs holprig startenden rot-grünen Koalition verantwortlich. Trotz der schwierigen Anfangsphase galt er als gelassener und loyaler Sprecher, der auch in Krisen die Ruhe bewahrte.
Nach der Politik: Generalkonsul und Autor
Nach der Bundestagswahl 2002 übergab Heye das Amt des Regierungssprechers an Bela Anda und wechselte für zwei Jahre als deutscher Generalkonsul nach New York. 2006 übernahm er die Chefredaktion der SPD-Mitgliederzeitung „Vorwärts“, die er vier Jahre lang leitete. Auch als Buchautor machte er sich einen Namen, etwa mit dem Werk „Vom Glück nur ein Schatten. Eine deutsche Familiengeschichte“, das 2009 mit Maria Furtwängler in der Hauptrolle verfilmt wurde.
Engagement gegen Rechtsextremismus
Bereits im Jahr 2000 gründete Heye den Verein „Gesicht zeigen! Aktion weltoffenes Deutschland“ mit und war zeitweilig dessen Vorstandsvorsitzender. Der Verein setzt sich gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus ein. Der Vereinsvorstand würdigte Heye am Montag als „mutigen Menschen“: Eine „antifaschistische Haltung“ und das „persönliche Eintreten für eine freie und weltoffene Gesellschaft“ hätten ihn ausgezeichnet.
„Uwe-Karsten Heye hat Wahrheiten ausgesprochen und unserer Gesellschaft einen Spiegel vorgehalten“, schrieb der Verein. „Er wollte nie recht haben, sondern immer aufklären, informieren und mit dazu beitragen, dass sich Geschichte in Deutschland nicht wiederholt.“



