Im Zoo Basel ist ein vier Tage altes Gorilla-Mädchen ums Leben gekommen, nachdem der Vater Yeba das Jungtier unbeabsichtigt in den Brustkorb biss. Die Mutter Joas, 37 Jahre alt, trägt den toten Nachwuchs weiterhin bei sich, wie Zoosprecher Stefan Leimer mitteilte.
Mutter trägt totes Baby über Tage oder Wochen
Laut Leimer komme es bei Gorillas vor, dass Mütter ihre toten Jungen über Tage oder sogar Wochen mit sich tragen. Der Zoo werde in dieses natürliche Verhalten nicht eingreifen. Das Affenhaus bleibt geöffnet, und Joas kann sich mit dem toten Baby sowohl im Innen- als auch im Außengehege bewegen.
Der Vorfall ereignete sich am Dienstag, dem 15. Juli 2026. Vater Yeba, ein 14-jähriger Silberrücken, hatte das Jungtier zuvor an sich genommen und starkes Interesse gezeigt. Gleichzeitig ließ er die Mutter nicht mehr in seine unmittelbare Nähe, was zu Rangeleien zwischen den beiden führte. Dabei biss Yeba das Baby unbeabsichtigt in den Brustkorb und tötete es.
Gorilla-Gruppe unter Beobachtung
Das Gorilla-Mädchen war am 11. Juli geboren worden – es war der erste Nachwuchs für Yeba und das fünfte Junge für Joas. Yeba war erst im Oktober 2025 aus einem Zoo in Frankreich nach Basel gekommen. Der Zoo betont, dass Tötungen von Jungtieren durch Artgenossen nicht ungewöhnlich seien. Die Ursachen seien vielfältig und stünden im Zusammenhang mit der komplexen sozialen Struktur innerhalb von Gorillagruppen.
Bereits am selben Tag hatte Yeba das Männchen Mobali, 11 Jahre alt, durch einen Biss so schwer verletzt, dass das Tier eingeschläfert werden musste. Die Gorilla-Gruppe wird nun aufmerksam beobachtet. „Der Zoo Basel beobachtet die Dynamik innerhalb der Gruppe weiterhin aufmerksam und steht im Austausch mit Expertinnen und Experten“, sagte Sprecher Leimer. Besondere Beachtung gilt der weiteren Entwicklung, auch vor dem Hintergrund der erwarteten Geburt eines weiteren Jungtiers in den kommenden Wochen.
Aktuelle Zusammensetzung der Gruppe
Die Gruppe besteht derzeit aus fünf Gorillas: neben Silberrücken Yeba sind dies die Weibchen Joas (37), die 19-jährige Adira, die elfjährige Makala und die sechsjährige Qariba. Der Zoo wird nicht in das natürliche Verhalten der Tiere eingreifen, sondern die Situation weiter beobachten.



