Gunther von Hagens: Leichenpräparator im Alter von 81 Jahren gestorben
Gunther von Hagens mit 81 Jahren gestorben

Der weltbekannte Anatom und Erfinder der Plastination, Gunther von Hagens, ist tot. Er starb im Alter von 81 Jahren, wie die Deutsche Presse-Agentur aus seinem Umfeld erfuhr. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet. Von Hagens wurde vor allem durch seine umstrittenen „Körperwelten“-Ausstellungen bekannt, in denen er konservierte menschliche Leichen präsentierte.

Vom Wissenschaftler zum Ausstellungsmacher

Gunther von Hagens, geboren 1945 in Skalmierzyce im damaligen Deutschland, studierte Medizin und wurde später Pathologe. In den 1970er Jahren entwickelte er die Plastination, ein Verfahren, bei dem Körperflüssigkeiten durch Kunststoff ersetzt werden, um Gewebe dauerhaft zu konservieren. Diese Technik ermöglichte es ihm, ganze menschliche Körper für Bildungszwecke zu präparieren. 1993 gründete er das Institut für Plastination in Heidelberg und startete die erste „Körperwelten“-Ausstellung in Japan.

Die Ausstellungen wurden international ein Erfolg, zogen aber auch heftige Kritik auf sich. Ethikkommissionen und Kirchen warfen von Hagens vor, die Würde der Toten zu verletzen und Leichen zu kommerzialisieren. Trotz der Kontroversen besuchten weltweit über 50 Millionen Menschen die Schauen. Von Hagens selbst sah seine Arbeit als Beitrag zur medizinischen Aufklärung und Demokratisierung des Wissens über den menschlichen Körper.

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Juristische Auseinandersetzungen und Spenden

In Deutschland war die Ausstellung zeitweise von Gerichtsverfahren begleitet. So musste von Hagens nachweisen, dass die ausgestellten Leichen mit Einwilligung der Spender stammten. Er führte ein strenges Spenderprogramm, bei dem Menschen zu Lebzeiten ihren Körper für die Plastination und Ausstellung vermachen konnten. Bis zu seinem Tod hatten sich über 20.000 Menschen als Körperspender registrieren lassen.

Gunther von Hagens lebte zuletzt in Berlin und war noch bis ins hohe Alter wissenschaftlich tätig. Mit seinem Tod verliert die medizinische Anatomie eine ihrer prägendsten und umstrittensten Figuren. Die „Körperwelten“-Ausstellungen werden unter der Leitung seiner Frau und langjährigen Weggefährtin weitergeführt.

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