Nachdem in der Templiner Naturtherme ein Mann offen ein Hakenkreuz-Tattoo gezeigt hatte, will das Bad künftig härter durchgreifen. „Zukünftig werden wir bei solchen Fällen auch Anzeige erstatten“, sagte ein Mitarbeiter der Therme. „Die Rettungsschwimmer wurden nochmals sensibilisiert und die zukünftige Handhabung wurde ihnen erläutert.“
Vorfall in der Uckermark
Vor einigen Tagen meldeten Besucher des Schwimmbades einen anderen Badegast, auf dessen Rücken unter anderem ein Hakenkreuz-Tattoo zu sehen war. Nach einem Gespräch mit den Rettungsschwimmern klebte der Mann das Tattoo ab. Die Rettungsschwimmer „hatte nach dem ersten Hinweis den Mann im Bad gesucht, um sich vom Sachverhalt selbst ein Bild zu machen“, hieß es von der Therme. Anschließend forderte er ihn nach Rücksprache mit der Geschäftsleitung auf, die Tattoos abzukleben.
Warum keine Polizei?
Auf die Frage, weshalb nicht die Polizei gerufen wurde, erklärte die Therme: „Der Mann zeigte sich sehr kooperativ. Daher haben wir es nicht für erforderlich gehalten.“ Zunächst hatte der „Nordkurier“ über den Vorfall berichtet. Die Entscheidung, keine Strafanzeige zu stellen, stieß jedoch auf Kritik. In Deutschland ist das öffentliche Zeigen von Hakenkreuzen gemäß § 86a StGB verboten – es sei denn, es dient der Kunst, Wissenschaft oder historischen Bildung.
Künftige Maßnahmen
Das Management der Therme betonte, dass man aus dem Vorfall gelernt habe. „Zukünftig werden wir bei solchen Fällen konsequent Anzeige erstatten“, so der Mitarbeiter. Die Rettungsschwimmer seien sensibilisiert worden und wüssten nun, wie sie in solchen Situationen zu handeln hätten. Die Therme hofft, damit ein klares Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen.
Rechtliche Einordnung
Der Paragraf 86a Strafgesetzbuch stellt das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen unter Strafe. Dazu zählt auch das Hakenkreuz. Bei einer Verurteilung drohen Geld- oder Freiheitsstrafen. Ob der Mann aus der Templiner Therme strafrechtlich belangt werden kann, ist unklar – zumal er nach der Aufforderung kooperierte. Ein ähnlicher Fall ereignete sich kürzlich in einem Berliner Freibad, wo die Polizei einschritt.



