Ein Ausflug zum Harzturm in Torfhaus im Harz wurde für zahlreiche Besucher zu einem traumatischen Erlebnis. Gegen 16.45 Uhr am Donnerstagnachmittag stürzten drei Menschen von der Aussichtsplattform des beliebten Aussichtsturms in den Tod. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei gibt es keine Hinweise auf ein Fremdverschulden. Der Turm bleibt zunächst geschlossen, die Gemeinde berät über mögliche zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen.
Zeugen werden zu Augenzeugen der Tragödie
Zahlreiche Besucher dürften direkt zu Zeugen des Geschehens geworden sein. Nach Angaben der „Bild“ war der Turm zum Zeitpunkt des Vorfalls gut besucht. Ein Kriseninterventionsteam kümmerte sich anschließend um Menschen, die den Sturz miterlebt hatten. Ein Mitarbeiter der Touristeninformation sagte der „Bild“: „Der Aufprall war sogar bei uns im Gebäudeinneren zu hören.“ Die Tragödie erschüttert auch die Gemeinde Altenau. Ortsbürgermeister Karl-Heinz Ehrenberg (parteilos) zeigte sich betroffen: „Der Turm steht seit drei Jahren. So etwas ist noch nie passiert. Wir sind tief erschüttert.“
Besucher und Betreiber unter Schock
„Wir sind alle geschockt“, sagte eine Besucherin gegenüber dem NDR Niedersachsen. Sie sei mit ihrer Familie zu Besuch gewesen und habe den Turm eigentlich selbst besuchen wollen. Eine weitere Frau sagte dem Sender: „Es betrifft einen sehr, dass sowas passieren kann. Das ist schlimm.“ Auch beim Betreiber des Harzturms sitzt der Schock tief. Geschäftsführer Roman Plate erklärte in einer Stellungnahme: „Ein solches Ereignis hinterlässt Spuren – bei unseren Gästen, bei allen Anwesenden und ganz besonders bei unseren Mitarbeitenden, die unmittelbar mit dem Geschehen konfrontiert waren.“
Harzturm bleibt geschlossen – Sicherheitsmaßnahmen werden geprüft
Der Harzturm bleibt nach dem Unglück zunächst geschlossen. Wann die Attraktion wieder öffnet, will die Geschäftsführung nach eigenen Angaben rechtzeitig mitteilen. Die Gemeinde will nun prüfen, ob zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen notwendig sind. „Wir werden im Rat über eventuelle zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen beraten“, sagte Ehrenberg gegenüber der „Bild“. Nach Informationen der Zeitung soll es sich bei den Verstorbenen um eine Familie aus der Schweiz gehandelt haben. Demnach sollen die Eltern gemeinsam mit ihrem kleinen Sohn von der Aussichtsplattform gesprungen sein. Die Polizei Goslar bestätigte diese Angaben zunächst nicht.
Hintergrund und Hilfsangebote
Aufgrund der hohen Nachahmerquote berichten wir in der Regel nicht über (mögliche) Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Suizidgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.



