Hashimoto-Selbsthilfegruppe für Frauen in Bad Wörishofen gegründet
Hashimoto-Gruppe in Bad Wörishofen für Frauen

In Bad Wörishofen hat sich die erste Selbsthilfegruppe für Frauen mit Hashimoto-Thyreoiditis gegründet. Die chronische Autoimmunerkrankung der Schilddrüse betrifft überwiegend Frauen, und Betroffene finden nun einen Ort zum Austausch und zur gegenseitigen Unterstützung. Das erste Treffen findet am 18. November statt.

Was ist Hashimoto-Thyreoiditis?

Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse, bei der das Immunsystem körpereigenes Gewebe angreift. Dies führt oft zu einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose), die mit Symptomen wie Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit und Antriebslosigkeit einhergeht. In Deutschland sind schätzungsweise fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung betroffen, Frauen etwa neunmal häufiger als Männer.

Die Diagnose erfolgt in der Regel durch Blutuntersuchungen, bei denen Antikörper gegen die Schilddrüse (TPO-AK) nachgewiesen werden. Eine Heilung ist nicht möglich, aber mit einer Hormonersatztherapie (L-Thyroxin) können die Symptome meist gut kontrolliert werden. Dennoch leiden viele Betroffene unter den Auswirkungen der Erkrankung im Alltag, sowohl körperlich als auch psychisch.

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Gründung der Selbsthilfegruppe

Die Idee zur Gründung der Selbsthilfegruppe entstand aus dem persönlichen Bedarf der Initiatorin, die selbst betroffen ist. Sie wünschte sich einen Raum, in dem Frauen offen über ihre Erfahrungen sprechen können, ohne auf Unverständnis zu stoßen. „Mit der Gruppe möchten wir Betroffenen die Möglichkeit geben, sich auszutauschen, Tipps zu teilen und sich gegenseitig zu stärken“, erklärt die Initiatorin, die anonym bleiben möchte.

Die Gruppe richtet sich ausschließlich an Frauen, da die Erkrankung überwiegend Frauen betrifft und die Themen oft geschlechtsspezifisch sind, etwa der Einfluss auf den Hormonhaushalt, Schwangerschaft und Wechseljahre. Die Treffen sollen in entspannter Atmosphäre stattfinden, bei Bedarf auch mit Fachvorträgen oder Informationsmaterial.

Erstes Treffen am 18. November

Das erste Treffen der Selbsthilfegruppe findet am 18. November um 19 Uhr statt. Der genaue Ort wird bei der Anmeldung bekannt gegeben, da die Gruppe noch auf der Suche nach einem geeigneten Raum ist. Interessierte Frauen können sich per E-Mail an hashimoto-selbsthilfe@gmx.de wenden. Die Teilnahme ist kostenlos und unverbindlich.

„Wir möchten mit dem ersten Treffen eine Basis schaffen, auf der wir regelmäßig zusammenkommen können“, so die Initiatorin. Geplant sind monatliche Treffen, jeweils am dritten Montag im Monat. Bei Bedarf können auch Online-Treffen angeboten werden, um auch Frauen aus der Umgebung zu erreichen, die nicht persönlich kommen können.

Unterstützung und Austausch

Die Selbsthilfegruppe versteht sich als Ergänzung zur medizinischen Behandlung. Sie bietet Raum für Erfahrungsberichte, den Umgang mit der Erkrankung im Beruf und Alltag sowie emotionale Unterstützung. Viele Betroffene fühlen sich mit ihrer Erkrankung allein gelassen, da Hashimoto oft unsichtbar ist und die Symptome nicht immer ernst genommen werden. In der Gruppe können Frauen Verständnis und Solidarität finden.

Langfristig plant die Gruppe, auch Angehörige einzubeziehen und Aufklärungsarbeit zu leisten. Denn auch für Partner und Familien ist es wichtig zu verstehen, was Hashimoto bedeutet und wie sie unterstützen können. Die Initiatorin betont: „Gemeinsam sind wir stärker – das ist unser Motto.“

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