Nach dem Diebstahl einer fast 800 Jahre alten Reliquie aus einer katholischen Kirche in Tschechien hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Der mutmaßliche Täter habe zugegeben, den Schädel entwendet und später in Beton eingegossen zu haben, teilte eine Sprecherin mit. Die Reliquie wird von Gläubigen als Überrest der Heiligen Zdislava von Lämberg verehrt und befand sich in der Laurentiuskirche von Jablonne v Podjestedi, etwa 15 Kilometer südlich der sächsischen Grenzstadt Zittau.
Mit Spezialtechnik habe man zerstörungsfrei festgestellt, dass sich der Schädel tatsächlich in einem massiven Betonblock befinde, teilten die Ermittler weiter mit. Kunstrestauratoren würden sich nun darum bemühen, ihn aus der Verschalung zu befreien. Dem Verdächtigen sei es nach eigener Aussage nicht um Geld gegangen. Er habe die Zurschaustellung der menschlichen Überreste abgelehnt, sie in einen Fluss werfen und so in einer privaten Zeremonie bestatten wollen.
Gegen den 35-Jährigen werde nun wegen Diebstahls, Sachbeschädigung und Störung der öffentlichen Ordnung ermittelt, was mit zwei bis acht Jahren Haft bestraft werden könne. Der Prager Erzbischof Stanislav Pribyl sagte der Agentur CTK zufolge, dass die Reliquie in die nordböhmische Basilika zurückkehren werde. Sie soll aber künftig mit Panzerglas und einer Alarmanlage, die mit der Polizei-Leitstelle verbunden ist, besser geschützt werden. Zu dem blitzartigen Diebstahl war es zu Beginn eines Gottesdienstes gekommen.



