36.000-Euro-Bußgeld: Influencerin Hanadi Diab meldet Insolvenz an
Influencerin Hanadi Diab meldet Insolvenz an

Die Stuttgarter Influencerin Hanadi Diab hat Insolvenz angemeldet, nachdem die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) ein Bußgeld in Höhe von 36.000 Euro gegen sie verhängt hatte. Das Amtsgericht Stuttgart eröffnete am 3. Juli 2026 ein Regelinsolvenzverfahren, wie eine Sprecherin bestätigte. Es handelt sich um das höchste Bußgeld, das je in Baden-Württemberg gegen eine Influencerin oder einen Influencer verhängt wurde, so ein LFK-Sprecher.

Hintergrund des Bußgeldes

Nach Angaben der LFK hatte Diab zwischen Mai und Juli 2025 mehrere bezahlte Kooperationen in ihren Instagram-Storys nicht oder nicht ausreichend als Werbung gekennzeichnet. Dafür erhielt sie Geld- und Sachleistungen. Teilweise fehlte die Kennzeichnung komplett, teilweise war der Werbehinweis für Nutzer nicht auf den ersten Blick erkennbar – etwa aufgrund von Schriftfarbe und -größe. Die LFK bemängelte, dass die Hinweise optisch nicht ausreichend hervortraten.

Die 39-jährige Beauty-, Mode- und Lifestyle-Influencerin erreicht auf Instagram mehr als 760.000 Follower und auf TikTok knapp 139.000. Trotz der Insolvenz kann sie ihre Tätigkeit fortsetzen: Der Geschäftsbetrieb wurde aus der Insolvenzmasse freigegeben, wie Insolvenzverwalter Johannes Hauser mitteilte. Diab selbst wies die Vorwürfe in einem TikTok-Video vom April zurück: „Ich bin schockiert. Ich kennzeichne jede Kooperation. Man sieht doch überall, dass es eine Anzeige ist.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Reaktionen und Folgen

Das Management von Diab wollte sich auf Anfrage nicht äußern. Die „Stuttgarter Zeitung“ und die „Stuttgarter Nachrichten“ hatten zuerst über das Insolvenzverfahren berichtet. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die strengen Vorschriften zur Werbekennzeichnung in sozialen Medien. Die LFK hatte zuvor mehrfach auf die Einhaltung der Transparenzregeln hingewiesen. Diab selbst betont, dass sie alle Kooperationen kennzeichne, und sieht die Kritik als unverhältnismäßig an.

Die Insolvenz bedeutet nicht das Ende ihrer Karriere. Influencer können auch während des Verfahrens weiterarbeiten, solange die Einnahmen zur Tilgung der Schulden beitragen. Experten erwarten, dass der Fall Präzedenzwirkung haben könnte: Immer mehr Influencer geraten ins Visier der Medienaufsicht, wenn Werbung nicht klar als solche erkennbar ist. Die LFK betont, dass Bußgelder in dieser Höhe abschreckend wirken sollen.

Branche unter Druck

Die Zahl der Verfahren gegen Influencer wegen fehlender Werbekennzeichnung steigt bundesweit. Die Landesmedienanstalten haben in den letzten Jahren ihre Kontrollen verschärft. Verbraucherschützer fordern klare Regeln, während Influencer oft auf die schwierige Darstellung auf kleinen Bildschirmen hinweisen. Der Fall Diab zeigt, dass selbst hohe Strafen nicht nur finanzielle, sondern auch existenzielle Folgen haben können – die Insolvenz ist der drastischste Schritt. Ob Diab einen Neustart schafft, bleibt abzuwarten.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration