Irland verzichtet bei neuem Jet auf israelisches System
Irland verzichtet bei Jet auf israelische Technik

Die irische Regierung hat bei der Bestellung ihres neuen Regierungsflugzeugs bewusst auf das israelische Navigationssystem Falcon-Eye verzichtet. Das berichtet die irische Nachrichtenseite „The Journal“. Der Verzicht hat politische Gründe: Der Hersteller Elbit ist ein israelisches Unternehmen, und Irland boykottiert israelische Ausrüstung. Der damalige Außenminister Micheál Martin hatte 2024 angekündigt, keine israelischen Produkte mehr zu kaufen. Dies geschah als Reaktion auf ein Urteil des Internationalen Strafgerichtshofs, das Israels Präsenz in den palästinensischen Gebieten als unrechtmäßig einstufte. Im selben Jahr erkannte Irland Palästina offiziell als Staat an.

Falcon-Eye ist Standard bei diesem Flugzeugtyp

Das Falcon-Eye-System ist ein hochentwickeltes Landesystem, das bei schlechter Sicht, etwa durch Nebel oder starken Regen, zum Einsatz kommt. Es ist bei dem bestellten Flugzeugtyp standardmäßig verbaut. Die irische Regierung entschied sich jedoch dagegen, weil sie sonst einen Vertrag mit der israelischen Firma Elbit hätte unterzeichnen müssen. Das berichtet „The Journal“ unter Berufung auf interne Quellen.

Der Verzicht auf das System könnte jedoch praktische Nachteile haben. Bei widrigen Wetterbedingungen, die in Irland häufig vorkommen, könnte der Jet ohne Falcon-Eye Schwierigkeiten bei der Landung bekommen. Das Flugzeug ist für den Transport von Regierungsmitgliedern und Staatsgästen vorgesehen und soll künftig auch für offizielle Auslandsreisen genutzt werden.

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Boykott nicht lückenlos umgesetzt

Allerdings zeigt sich, dass der Boykott israelischer Technologie nicht konsequent durchgezogen wird. Laut „The Journal“ enthalten mehrere neu angeschaffte Militärfahrzeuge der irischen Streitkräfte Produkte von Elbit. Das wirft Fragen nach der Konsistenz der politischen Entscheidungen auf. Während man bei einem zivilen Regierungsflugzeug auf israelische Technik verzichtet, wird sie bei militärischer Ausrüstung offenbar akzeptiert.

Die irische Regierung hat sich bislang nicht offiziell zu den Berichten geäußert. Das Verteidigungsministerium und das Außenministerium haben Anfragen zu dem Thema nicht beantwortet. Es bleibt abzuwarten, ob es zu einer Klarstellung kommt.

Hintergrund: Politische Spannungen mit Israel

Die Beziehungen zwischen Irland und Israel sind seit dem Gazakrieg angespannt. Irland gehört zu den europäischen Ländern, die Israel am schärfsten kritisieren. Die Anerkennung Palästinas als Staat war ein Schritt, der international für Aufsehen sorgte. Auch in der EU vertritt Irland eine klare pro-palästinensische Linie.

Der Verzicht auf das Falcon-Eye-System ist ein weiteres Zeichen dieser politischen Haltung. Allerdings zeigt der Fall der Militärfahrzeuge, dass die Umsetzung solcher Boykotte komplex ist. Elbit ist einer der größten Rüstungskonzerne Israels und liefert weltweit Technologie für Militär und zivile Luftfahrt.

Praktische Auswirkungen auf den Flugbetrieb

Experten weisen darauf hin, dass das Falcon-Eye-System nicht nur ein Komfortfeature ist. Es erhöht die Sicherheit bei Landungen in schwierigem Gelände oder bei schlechtem Wetter. Der Verzicht könnte bedeuten, dass der Jet bei Nebel oder starkem Regen nicht landen kann, was zu Verspätungen oder Umleitungen führen könnte. Das wäre besonders problematisch bei dringenden politischen Terminen.

Die irische Fluggesellschaft, die den Jet betreiben soll, hat sich nicht geäußert. Es ist unklar, ob nachträglich ein anderes System eingebaut werden kann oder ob man auf alternative Technologien zurückgreift. Derzeit bleibt der Jet ohne das umstrittene System im Bestand.

Die Entscheidung zeigt, wie politische Überzeugungen praktische Beschaffungen beeinflussen können. Ob der Verzicht auf lange Sicht klug ist, wird sich zeigen. Sicher ist, dass Irland mit dieser Haltung seine Position im Nahostkonflikt unterstreicht, auch wenn es dafür möglicherweise Einschränkungen im Flugbetrieb in Kauf nehmen muss.

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