Japanische Bevölkerung erstmals seit Jahrzehnten unter 120 Millionen
Japanische Bevölkerung unter 120 Millionen

Erstmals seit 42 Jahren ist die Zahl der japanischen Staatsbürger unter die 120-Millionen-Marke gefallen. Laut dem japanischen Innenministerium lebten am 1. Januar 2026 nur noch 119,74 Millionen Japaner im Land – ein Rückgang um 0,76 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit setzt sich ein Trend fort, der bereits im 17. Jahr in Folge anhält.

Rekordhoch bei ausländischen Bewohnern

Die Gesamtbevölkerung Japans inklusive ausländischer Einwohner betrug 123,8 Millionen. Die Zahl der im Land lebenden Ausländer erreichte den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2013 – ein Zeichen dafür, dass das Land zunehmend auf Zuwanderung angewiesen ist, um den Bevölkerungsrückgang abzufedern. Dennoch kann der Zuzug den Schwund der japanischen Staatsbürger nicht kompensieren.

Niedrige Geburtenrate und hohe Sterblichkeit

Hauptursache für den Schrumpfkurs ist die anhaltend niedrige Geburtenrate. Sie fiel 2025 auf 1,14 Kinder pro Frau – ein neuer Tiefststand. Im vergangenen Jahr kamen nur 671.236 Babys von japanischen Staatsbürgern zur Welt. Dem standen rund 1,6 Millionen Todesfälle gegenüber, mehr als doppelt so viele. Ohne deutliche Steigerung der Geburtenrate oder massive Zuwanderung wird die Bevölkerung weiter schrumpfen.

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Japan hat eine der ältesten Bevölkerungen der Welt

Mit einem Medianalter von 49,9 Jahren belegt Japan laut Weltbank den zweiten Platz hinter Monaco. Das Medianalter teilt die Bevölkerung in zwei Hälften: Die eine Hälfte ist jünger, die andere älter. Diese Überalterung stellt das Land vor enorme Herausforderungen. Die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter sinkt kontinuierlich, während die Zahl der Rentner steigt.

Wirtschaftliche Folgen des Bevölkerungsrückgangs

Die schrumpfende und alternde Bevölkerung belastet die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt massiv. Es fehlen Arbeitskräfte, die Sozialversicherungskosten steigen und die Steuereinnahmen sinken. Dies trägt auch zur hohen Staatsverschuldung Japans bei, die bereits zu den höchsten der Welt zählt. Japanische Regierungen versuchen seit Jahren vergeblich, den Geburtenrückgang durch Maßnahmen wie Kinderbetreuungszuschüsse, Elternzeit und finanzielle Anreize für Familien zu stoppen. Bislang zeigen diese Maßnahmen kaum Wirkung.

Experten erwarten, dass der Trend ohne einschneidende Reformen anhalten wird. Die Zuwanderung könnte eine Lösung sein, doch politisch bleibt das Thema umstritten. Japan verfolgt traditionell eine restriktive Einwanderungspolitik, die erst in den letzten Jahren leicht gelockert wurde. Ohne deutlich mehr Zuwanderung wird sich der Schrumpfkurs in den nächsten Jahren fortsetzen.

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