Generalstaatsanwalt über junge Extremisten: Attentäter als Märtyrer verehrt
Junge Extremisten: Attentäter als Märtyrer verehrt

Der Münchener Generalstaatsanwalt Andreas Wimmer hat vor der zunehmenden Radikalisierung junger Menschen im Internet gewarnt. In einem Interview mit dem SPIEGEL betonte er, dass eine „Welt, in der Attentäter als Märtyrer und Heilige verehrt werden“, eine gefährliche Dynamik erzeuge. Islamistische Attentäter und extremistische Amokläufer seien häufig sehr jung und hätten sich oft online radikalisiert.

Früherkennung von Gefährdern

Wimmer erklärte, dass die Behörden bei potenziellen Gefährdern auf bestimmte Warnsignale achten sollten. Dazu gehören eine plötzliche Veränderung des Sozialverhaltens, der Konsum extremistischer Inhalte im Internet und die Suche nach Rechtfertigungen für Gewalt. „Wir sehen immer wieder, dass junge Menschen in geschlossenen Online-Communities eine Weltanschauung entwickeln, die Gewalt als legitim erscheinen lässt“, sagte der Generalstaatsanwalt.

Rolle des Internets

Das Internet spiele eine zentrale Rolle bei der Radikalisierung. Plattformen wie soziale Medien und Messenger-Dienste böten eine ideale Umgebung für die Verbreitung extremistischer Propaganda. Wimmer forderte daher eine engere Zusammenarbeit zwischen Strafverfolgungsbehörden und Technologieunternehmen, um radikale Inhalte schneller zu identifizieren und zu entfernen.

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Präventionsansätze

Neben der Strafverfolgung sei auch die Prävention entscheidend. Programme zur Deradikalisierung und Aufklärungsarbeit in Schulen könnten helfen, junge Menschen gegen extremistische Einflüsse zu immunisieren. „Wir müssen früh ansetzen, bevor sich radikale Einstellungen verfestigen“, betonte Wimmer.

Der Generalstaatsanwalt wies zudem auf die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit hin. Viele der propagierten Inhalte stammten aus dem Ausland und müssten auf globaler Ebene bekämpft werden. Die deutschen Sicherheitsbehörden stünden vor der Herausforderung, mit der schnellen Verbreitung von Hass und Gewalt im Netz Schritt zu halten.

Abschließend warnte Wimmer vor einer Verharmlosung der Bedrohung. Auch wenn nicht jeder junge Konsument extremistischer Inhalte zum Täter werde, bestehe ein erhebliches Risiko. „Wir dürfen nicht wegsehen, denn die Gefahr ist real und wächst“, so der Generalstaatsanwalt.

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