Kolumne: Warum Medien patriarchale Gewalt nicht benennen
Kolumne: Warum Medien patriarchale Gewalt nicht benennen

Einleitung: Die versteckte Sprache der Gewalt

In ihrer Kolumne für den SPIEGEL prangert Alexandra Zykunov die sprachliche Verharmlosung männlicher Gewalt in deutschen Medien an. Sie fordert, dass Begriffe wie „Familientragödie“, „Beziehungstat“ oder „Sorgerechtsstreit“ durch präzise Bezeichnungen wie „patriarchale Gewalt“ ersetzt werden müssen. Der Artikel, der ursprünglich am 4. Juli 2026 veröffentlicht wurde, ist mittlerweile nicht mehr frei zugänglich.

Die Kritik an verharmlosenden Begriffen

Zykunov argumentiert, dass die gängige Berichterstattung über Gewalttaten gegen Frauen die strukturelle Dimension verschleiere. Wenn ein Mann seine Partnerin oder Kinder tötet, werde dies oft als persönliche Tragödie oder eskalierten Konflikt dargestellt, nicht als Ausdruck eines gesellschaftlichen Problems. Die Autorin verweist auf Studien, die zeigen, dass die Täter in solchen Fällen überwiegend männlich sind und die Opfer weiblich.

Forderung nach einem Sprachwandel

Die Kolumnistin ruft dazu auf, Gewalt gegen Frauen konsequent als „patriarchale Gewalt“ zu bezeichnen. Dies würde die Ursachen in der ungleichen Machtverteilung zwischen den Geschlechtern sichtbar machen. Sie betont, dass Sprache Realität schaffe – wer von „Familiendrama“ spreche, verharmlose die systematische Natur der Taten. Laut Zykunov müssten Medien ihrer Verantwortung gerecht werden und präzise Begriffe wählen, um die gesellschaftliche Debatte voranzutreiben.

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Hintergrund der Debatte

Die Diskussion um die sprachliche Einordnung von Gewalttaten ist nicht neu. Bereits 2023 hatte der Journalist und Autor Ralf Wurzbacher in einem Beitrag für die „Neue Zürcher Zeitung“ ähnliche Kritik geäußert. Zykunov selbst hat sich in ihrem Buch „Wir sind doch alle längst gleichberechtigt!“ mit verstecktem Sexismus auseinandergesetzt. Die aktuelle Kolumne greift diese Debatte auf und fordert konkrete Änderungen in der Medienpraxis.

Auswirkungen auf die Berichterstattung

Die Forderung nach einer präzisen Sprache hat praktische Konsequenzen: Redaktionen müssten ihre Leitfäden überarbeiten und Journalisten schulen. Zykunov sieht darin einen notwendigen Schritt, um Gewalt gegen Frauen nicht länger als Einzelfall, sondern als gesellschaftliches Problem zu behandeln. Sie verweist auf Zahlen des Bundeskriminalamts, nach denen im Jahr 2025 täglich mehr als eine Frau durch ihren Partner oder Ex-Partner getötet wurde.

Fazit: Ein Appell an die Medien

Zykunovs Kolumne ist ein eindringlicher Appell, die sprachliche Verharmlosung zu beenden. Sie fordert Medien auf, patriarchale Gewalt beim Namen zu nennen und so zur Prävention beizutragen. Die Debatte zeigt, wie wichtig eine bewusste Wortwahl für die gesellschaftliche Wahrnehmung von Gewalt ist.

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