Nach dem Terroranschlag am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin wollen Menschen im Nordwesten ein Zeichen gegen Hass und Gewalt setzen. In Bremen und Hannover finden jeweils um 18.00 Uhr Mahnwachen statt, wie die Organisatoren mitteilen. „Es ist eine Gelegenheit für Menschen, ihre Trauer zu bekunden und zu verarbeiten“, sagte Robert Dadanski, Vorstandsmitglied des Bremer CSD.
Geplante Mahnwachen in Bremen und Hannover
Auf dem Bremer Marktplatz werden rund 500 Menschen erwartet, mehrere Reden seien geplant. „Die Mahnwache ist ein Ort des Gedenkens, des Zusammenhalts und der Hoffnung“, kündigten die Organisatoren an. „Gemeinsam zeigen wir: Unsere Gesellschaft ist stärker als Hass.“ Die Stadt Hannover lädt zu einer Mahnwache auf den Platz der Weltausstellung ein, dort soll sich laut Polizei eine niedrige dreistellige Zahl an Menschen versammeln. „Hass und Einschüchterung dürfen niemals die Oberhand gewinnen“, betonte Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne), der bei der Mahnwache eine Rede halten wird. „Hannover steht an der Seite aller Menschen, die sich für Vielfalt, Menschenrechte und ein friedliches Miteinander einsetzen.“
Bereits am Wochenende gab es Gedenkaktionen
Schon am Wochenende erinnerten zahlreiche Menschen im Nordwesten an die Opfer des Anschlags – etwa in Hannover, Braunschweig, Göttingen und Oldenburg. Die queere Community zeigt sich erschüttert, aber auch entschlossen. „Wir lassen uns nicht einschüchtern“, sagte Dadanski.
Ein Toter und 29 Verletzte bei Angriff in Berlin
Der CSD in Berlin war am Samstagabend abgebrochen worden, nachdem ein Auto am Rande der Großveranstaltung in eine Menschenmenge gefahren war. Eine Frau wurde getötet, 29 weitere Menschen wurden verletzt. Inzwischen hat die Polizei einen 21-jährigen Verdächtigen, der zur islamistischen Szene gehören soll, bei einem Einsatz erschossen. Die Hintergründe werden weiterhin ermittelt.
Die Mahnwachen in Bremen und Hannover sind Teil einer bundesweiten Welle der Solidarität. In vielen Städten fanden bereits Schweigeminuten und Kundgebungen statt. Der Anschlag hat die Debatte über Sicherheit bei Großveranstaltungen und den Kampf gegen Extremismus neu entfacht.



