Mähroboter töten lautlos: Igel sterben qualvoll in deutschen Gärten
Mähroboter töten Igel in deutschen Gärten

In deutschen Gärten sterben jedes Jahr tausende Igel qualvoll durch Mähroboter. Naturschutzorganisationen schätzen, dass allein in Deutschland über 100.000 Igel von den automatischen Rasenmähern verletzt oder getötet werden. Die scheinbar praktischen Helfer entwickeln sich zu einer lautlosen Bedrohung für die dämmerungsaktiven Tiere, die sich im hohen Gras nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen können.

Die Tücke der leisen Geräte

Mähroboter arbeiten nach ihrem Programm oft auch in den frühen Morgen- und Abendstunden – genau dann, wenn Igel auf Nahrungssuche gehen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Rasenmähern machen sie kaum Lärm. Ein herannahendes Geräusch würde den Igeln normalerweise Zeit geben zu flüchten. Doch die Roboter gleiten nahezu geräuschlos über den Rasen. Igel haben zudem einen natürlichen Schutzmechanismus: Bei Gefahr rollen sie sich zusammen. Diese Strategie funktioniert gegen einen Mähroboter jedoch nicht. Die scharfen Klingen schneiden in das zusammengerollte Tier und verursachen lebensbedrohliche Wunden.

Besonders betroffen sind junge Igel, die noch nicht gelernt haben, Gefahren richtig einzuschätzen. Sie verharren im Gras und werden von der Klinge direkt getroffen. Auch Muttertiere, die tagsüber bei ihrem Nachwuchs bleiben, sind in Gefahr. Tiere, die den ersten Schnitt überleben, versterben häufig Stunden später an Blutverlust oder einer Blutvergiftung, wie Wildtierexperten berichten.

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Auffangstationen sind überlastet

In den Sommermonaten finden ehrenamtliche Igelhelfer zahlreiche Tiere mit typischen Verletzungen: durchtrennte Gliedmaßen, schwere Schnittwunden am Kopf und fehlende Hautlappen. Pflegestationen bestätigen, dass die Zahl solcher Fälle in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Einige Stationen führen sogar extra Aufzeichnungen, um die Unfälle mit Mährobotern zu dokumentieren. Das Problem sei längst nicht mehr lokal begrenzt, sondern betreffe ganz Deutschland.

Die Tiere werden meist einzeln aufgefunden und müssen aufwendig medizinisch versorgt werden. Viele überleben aber nicht einmal den Transport in die Klinik. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen, da viele Igel in unbemerkten Ecken des Gartens verenden.

Warum der Igelbestand unter Mährobotern leidet

Der Igel zählt in Deutschland nicht akut zu den vom Aussterben bedrohten Arten. Doch seine Bestände gehen seit Jahren zurück. Gründe sind unter anderem der Verlust von Lebensräumen, der Rückgang der Insekten als Nahrungsquelle und eben auch die zunehmende Nutzung von Mährobotern. Allein die hohe Zahl der getöteten Tiere trägt dazu bei, dass die ohnehin schon geschwächte Population weiter schrumpft. In einigen Regionen Deutschlands sind Igel bereits selten geworden.

Ein weiterer Aspekt: Mähroboter mähen oft in sehr kurzen Abständen. Dadurch wird das Gras zu kurz gehalten und bietet Insekten wie Käfern und Spinnen kaum noch Lebensraum. Da der Igel sich von diesen Tieren ernährt, fehlt ihm auf Dauer die Nahrungsgrundlage. Der Mähroboter wirkt also gleich doppelt negativ auf die Igelpopulation.

So können Gartenbesitzer Igel schützen

Tierschutzverbände empfehlen eine Reihe von Maßnahmen. Am wichtigsten ist es, den Mähroboter nicht in der Dämmerung oder nachts laufen zu lassen. Die Tiere sind dann am aktivsten und suchen auf Rasenflächen nach Würmern und Insekten. Auch eine Kontrolle des Rasens vor jedem Mähen kann helfen, versteckte Igel zu entdecken. Diese sind übrigens nicht nur im Gras zu finden, sondern auch unter liegen gebliebenen Ästen oder in Komposthaufen.

Eine weitere Möglichkeit ist, für Mähroboter eine „Schutzzone“ einzurichten. Einfache Zäune oder das Aussparen von Randbereichen können verhindern, dass der Roboter in die Verstecke der Tiere fährt. Gartenbesitzer, die einen besonderen Beitrag leisten wollen, können ein Tierhotel aus Holz und Laub anlegen, das für den Mähroboter unerreichbar ist. So wird der Garten zur Oase für Igel.

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Auch die Industrie ist gefordert: Sensoren, die Tiere erkennen, könnten die Zahl der Unfälle minimieren. Einige Hersteller testen bereits Systeme, die bei Berührung oder Wärmeerkennung stoppen. Experten fordern, solche Sensoren zur Pflichtausstattung aller Mähroboter zu machen, bevor weitere Tiere sterben. Bis dahin bleibt der Mähroboter für Igel eine stille Gefahr, die im eigenen Garten schnell zur tödlichen Falle wird.