Die liberale Muslimin und Menschenrechtsaktivistin Seyran Ates hat in einem Politik-Vodcast eine alarmierende Beobachtung geteilt: „Auch in Deutschland feiern Muslime den Attentäter.“ Mit dieser Aussage bezieht sie sich auf die jüngste Messerattacke in Solingen, bei der drei Menschen starben. Ates fordert von der Politik ein entschlosseneres Vorgehen gegen die Islamismus-Gefahr, die sie als unterschätzt bezeichnet.
Gefahr der Radikalisierung wird kleingeredet
Im Gespräch mit dem Journalisten Thomas Kausch betonte Ates, dass die Verherrlichung von Gewalttaten in Teilen der muslimischen Community kein Einzelfall sei. „Viele schauen weg, aus Angst vor dem Vorwurf der Islamfeindlichkeit. Doch genau das lässt den Extremisten freien Raum“, sagte sie. Laut aktuellen Umfragen des Bundesamtes für Verfassungsschutz gibt es in Deutschland etwa 27.000 Islamisten mit Gewaltpotenzial. Ates kritisierte, dass die Politik diese Zahl nicht ernst genug nehme.
Die Juristin und Gründerin der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin verlangt eine konsequentere Überwachung und Ausweisung von Gefährdern. „Wir brauchen keine neuen Gesetze, sondern die Anwendung der bestehenden. Wer hier den Attentäter feiert, hat in Deutschland kein Bleiberecht“, so Ates.
Forderungen an die Politik
Ates richtet konkrete Forderungen an die Bundesregierung. Dazu gehören die Einrichtung einer unabhängigen Anlaufstelle für liberale Muslime, finanzielle Unterstützung für Reformmoscheen und eine verstärkte Präventionsarbeit in Schulen. „Der Staat muss die stillen Stimmen fördern, die für einen aufgeklärten Islam eintreten. Bisher werden sie allein gelassen“, erklärte sie.
Die Politik reagiert verhalten. Während Innenministerin Nancy Faeser (SPD) ankündigte, die Sicherheitsmaßnahmen zu verschärfen, sehen andere Parteien wie die FDP und die Union mehr Bedarf an Abschiebungen. Experten schätzen, dass die Zahl der Gefährder seit dem Angriff auf Israel im Oktober 2023 um 15 Prozent gestiegen ist.
Gesellschaftliche Debatte gefordert
Ates appelliert an die gesamte Gesellschaft, sich nicht von der Angst lähmen zu lassen. „Wir müssen offen über die Probleme sprechen, auch wenn es unangenehm ist. Die Verherrlichung von Terror ist kein religiöses Recht, sondern eine Straftat.“ Sie forderte die Medien auf, differenziert zu berichten und nicht nur Extremisten eine Plattform zu bieten.
Der Vodcast „Vertraulich - Der Politik-Vodcast“ von BILD hatte die Diskussion am 30. Juli 2026 ausgestrahlt. Weitere Themen waren unter anderem die Wetterkatastrophen-Vorbereitung Deutschlands und die Finanzierung des Sozialstaates.



