Mysteriöse Todesfälle auf Safari-Anwesen: Was geschah wirklich?
Die Familie schweigt, die Polizei mauert: Der Fall der beiden Toten auf dem Luxus-Anwesen in Südafrika wirft viele Fragen auf. Caroline von Rantzau (26) und Arno Koën (43) wurden erschossen. Noch vieles ist unklar.
Die Ereignisse
Am 31. Mai starb der Finanzmanager Arno Koën durch mindestens einen Schuss. Nur einen Tag später wurde Caroline von Rantzau tot aufgefunden – ebenfalls mit einer Schussverletzung. Neben ihrer Leiche lag ein Jagdgewehr (Kaliber .375), etwa fünf Meter von Koën entfernt wurde eine Pistole sichergestellt. Die Ermittlungen auf dem Gelände des privat geführten Wildreservats „Leeuwfontein Safaris“ dauern an.
Warum wurde die wahre Todesursache nicht sofort kommuniziert?
Die Familie sprach zunächst nur von einem Unfall. In einer internen Mitteilung an die Mitarbeiter hieß es: „Es ist unsere traurige Pflicht, Ihnen mitteilen zu müssen, dass unsere geliebte Tochter Caroline von Rantzau durch einen tragischen Unfall in Südafrika aus dem Leben gerissen wurde.“ Dass sie an einer Schussverletzung starb, teilte die Polizei erst Tage später mit.
Warum dauert die Obduktion so lange?
Sie ist vermutlich schon abgeschlossen, aber die Ergebnisse werden nicht kommuniziert. In Südafrika werden Autopsieergebnisse dem „Director of Public Prosecutions“ übermittelt und sind Teil eines Verfahrens, das möglicherweise erst vor Gericht öffentlich wird.
Wird gegen eine dritte Person ermittelt?
Unklar. Die Polizei schweigt dazu.
Was ist über das Jagdgewehr bekannt?
Das Kaliber .375 ist unter Jägern legendär. Es wurde 1912 von Holland & Holland entwickelt und ist für die Jagd auf die „Big Five“ (Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe, Leopard) vorgeschrieben. Schwächere Patronen sind aus Sicherheits- und Tierschutzgründen verboten.
Wurden Fingerabdrücke oder Schmauchspuren gefunden?
Auch das ist bislang unklar. Die Polizei gibt keine Auskünfte.
Liegt ein Suizid im Bereich des Möglichen?
In der Pionierzeit der Großwildjäger galt das Jagdgewehr als „letzter Ausweg“ nach schweren Raubtierangriffen. Ernest Hemingway beschrieb das Kaliber .375 in seinen Büchern. Der Freitod war für ihn und seine Figuren die letzte Möglichkeit, die Kontrolle zu behalten.
Wurden Abschiedsbriefe gefunden?
Keine Auskünfte der Polizei.
Wo befindet sich die Familie?
Die Familie von Rantzau hält sich nach Informationen zu Hause in Trittau bei Hamburg auf. Zum Zeitpunkt des Unglücks waren Vater und Mutter persönlich auf dem Anwesen in Südafrika.



