Nova-Trauma: Bar starb an Lirons Grab – Herz gebrochen
Nova-Trauma: Bar starb an Lirons Grab – Herz gebrochen

Der 30-jährige Bar Asraf wurde leblos neben dem Grab seiner engen Freundin Liron Barda aufgefunden, nur wenige Tage nachdem er auf der Hochzeit seines Bruders getanzt hatte. Sein Tod wirft ein Schlaglicht auf das unsichtbare Leid der Angehörigen und Freunde der Opfer des Nova-Festivals, die oft ohne ausreichende Unterstützung bleiben.

Ein Schicksal, das viele berührt

Liron Barda, eine 26-jährige leitende Barkeeperin, arbeitete auf dem Nova-Festival bei Re'im, als die Hamas am 7. Oktober 2023 angriff. Sie weigerte sich, zu fliehen, und versorgte stattdessen Verwundete, bis sie ermordet wurde. Ihr enger Freund Bar Asraf, der sie seit Kindertagen kannte, hatte laut ihrem Vater Avi Barda „große Schwierigkeiten, den Verlust zu verarbeiten“. Die beiden waren „Seelenverwandte“, die sich gegenseitig unterstützten.

In den Monaten nach dem Angriff zog sich Bar zunehmend zurück. Seine Mutter deutete an, dass es ihm an Unterstützung fehlte. Wenige Tage nach der Hochzeit seines Bruders machte er einen Spaziergang und wurde Stunden später von seinen Schwestern am Grab von Liron gefunden. „Er liebte es, dort zu reden und mit ihr zusammen zu sein“, sagte seine Schwester Lihi. Ein Fremdverschulden wird ausgeschlossen.

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Organisationen fordern mehr Hilfe für das Umfeld

Die Organisation SafeHeart, die sich um die psychische Gesundheit von Überlebenden und Angehörigen kümmert, zeigte sich tief betroffen. „Unser Herz ist gebrochen“, sagte eine Sprecherin. „Wir teilen die tiefe Trauer der Familie und stehen an der Seite all derer, die ihn kannten und liebten.“

SafeHeart betont, dass das Trauma nicht nur die Überlebenden betrifft, sondern auch deren Familien, Partner und Freunde. Diese tragen „immensen Schmerz“ in sich und müssen täglich mit den Folgen von Verlust und Trauma fertigwerden. Die Organisation ruft den Staat Israel auf, mehr in die psychische Unterstützung des Umfelds zu investieren – das sei „lebensrettend“.

Zahlen und Fakten zur Lage der Überlebenden

Das israelische Sozialversicherungsinstitut hat mehr als 3700 Überlebende des Nova-Massakers offiziell als „Opfer feindlicher Aktivitäten“ anerkannt. Die meisten sind jünger als 24 Jahre und wurden für teilweise beeinträchtigt erklärt, sodass sie staatliche Unterstützung erhalten. Doch das Umfeld der Opfer und Überlebenden bleibt oft außen vor.

Über die Zahl der Suizide unter den Überlebenden gibt es widersprüchliche Informationen, und Berichte über Dutzende Selbsttötungen konnten nicht verifiziert werden. Fest steht jedoch, dass viele Überlebende unter schweren posttraumatischen Störungen leiden, die ihnen den Alltag und die Arbeit unmöglich machen.

Ein Aufruf an die Gesellschaft

Der Fall von Bar Asraf zeigt, wie wichtig es ist, auch diejenigen zu unterstützen, die um die Opfer trauern. Ohne gezielte Hilfsangebote drohen weitere Tragödien. Die israelische Gesellschaft und der Staat sind gefordert, mehr für das psychische Wohl der Hinterbliebenen zu tun.

Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Suizidgedanken leiden oder jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen: telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei.

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