Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin, bei dem eine Frau getötet und 29 Menschen verletzt wurden, erhöht die Hamburger Polizei die Sicherheitsvorkehrungen für die für Samstag geplante Großdemonstration der queeren Community. Die Zahl der Einsatzkräfte werde noch einmal aufgestockt, teilte ein Polizeisprecher mit, ohne konkrete Zahlen zu nennen.
Polizei zeigt Präsenz vor, während und nach der Demo
„Ob vor, während oder nach der Demo, wir werden für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr präsent und ansprechbar sein“, sagte der Sprecher. Die Polizei wolle damit ein klares Zeichen der Solidarität setzen: „Die Polizei steht fest an der Seite der queeren Community und leistet ihren Beitrag dafür, dass der CSD und alle Veranstaltungen der Pride Week sicher stattfinden können.“
Der 21-jährige Abdul B., ein Deutscher mit libanesischen Wurzeln und Verbindungen zum islamistischen Terror, soll am Rande des Berliner CSD einen Van in eine Menschenmenge gesteuert und anschließend mit einer Stichwaffe auf Menschen eingestochen haben. Eine Frau aus Polen starb, 29 weitere Personen erlitten teils lebensgefährliche Verletzungen. Bei seiner Festnahme am Sonntagabend wurde Abdul B. von Einsatzkräften erschossen.
Keine konkreten Gefährdungshinweise für Hamburg
Trotz der abstrakt hohen Gefährdungslage in Deutschland betont die Polizei, dass für die CSD-Veranstaltungen in Hamburg keine konkreten Gefährdungshinweise vorliegen. man greife auf ein bewährtes Einsatzkonzept zurück, das unter anderem Streckenschutz und technische Sperren zum Überfahrschutz umfasst. „Wir sind wachsam, aber es gibt keine Anzeichen für eine unmittelbare Bedrohung“, so der Sprecher.
Zu der Demonstration am Samstag werden nach Polizeiangaben rund 250.000 Teilnehmer erwartet. Der Zug startet um 12:00 Uhr an der Lübecker Straße im Stadtteil Hohenfelde, führt durch den Stadtteil St. Georg und endet gegen 19:00 Uhr in der Innenstadt. Das Motto lautet: „Solidarisch queer. Haltung zeigen – für eine Zukunft ohne Angst!“ Aufgrund eines Straßenfests sind mehrere Straßen in der Innenstadt von Donnerstag bis Montagmorgen gesperrt.
Hintergrund: Anschlag erschüttert queere Community
Der Anschlag in Berlin hat bundesweit Bestürzung ausgelöst. In mehreren Städten fanden Mahnwachen und Solidaritätsbekundungen statt. Der Schweriner CSD rief ebenfalls zu einer Mahnwache auf. Die Debatte über Sicherheitsmaßnahmen bei Großveranstaltungen ist neu entbrannt. Innenpolitiker fordern eine Verschärfung des Jugendstrafrechts, da der Tatverdächtige erst 21 Jahre alt ist. Derweil betont die Hamburger Polizei, dass sie alle verfügbaren Mittel einsetzt, um die Sicherheit der Teilnehmer zu gewährleisten.



