Eine Rauferei vor der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Bad Wörishofen hat am Dienstagnachmittag einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. Die Polizei war mit mehreren Streifenwagen und einem Großaufgebot im Einsatz, um die Lage in den Griff zu bekommen. Die Auseinandersetzung zwischen mehreren Männern ereignete sich direkt vor dem Eingang des Gefängnisses.
Gegen 16 Uhr ging bei der Einsatzzentrale ein Notruf ein. Passanten hatten eine tätliche Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen vor dem Gefängnistor beobachtet. Als die Beamten eintrafen, befanden sich die Beteiligten bereits in einem heftigen Streit. Es kam zu Handgreiflichkeiten, und erst mit Unterstützung weiterer Kräfte konnte die Gruppe getrennt werden.
Drei Verletzte und zwei Festnahmen
Nach Angaben der Polizei wurden bei dem Vorfall drei Personen leicht verletzt. Ein Sprecher erklärte, dass zwei der Kontrahenten vorläufig festgenommen worden seien. Alle Beteiligten seien Besucher des Gefängnisses gewesen und hätten offenbar Verwandte oder Bekannte in der Anstalt besuchen wollen. Der genaue Grund für die Streitigkeiten ist noch unklar.
Ersten Ermittlungen zufolge stand bei dem Streit kein sicherheitsrelevanter Vorfall im Zusammenhang mit der Justizvollzugsanstalt selbst im Mittelpunkt. Vielmehr handle es sich um eine private Fehde, die offenbar schon länger geschwelt habe. Zeugen hatten angegeben, dass die Männer sich bereits vor dem Gefängnis lautstark gestritten hätten.
Zeugen schildern den Einsatz
Mehrere Passanten, die in der Nähe der Therme Bad Wörishofen unterwegs waren, zeigten sich erschrocken. „Wir hörten Geschrei und dann kamen viele Polizeiautos“, sagte eine Anwohnerin der „Augsburger Allgemeinen“. Sie habe kurzzeitig Angst gehabt, dass es sich um einen Überfall auf das Gefängnis handeln könnte. Die Polizei konnte diese Sorge jedoch schnell ausräumen.
Der Einsatz dauerte etwa eine Stunde. Die Beamten sperrten den Bereich um den Eingang der JVA weiträumig ab. Auch die Zufahrt zur Justizvollzugsanstalt war für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Der öffentliche Nahverkehr musste für die Dauer des Einsatzes umgeleitet werden. Erst nach Eintreffen eines Verhandlungsführers konnte die Situation beruhigt werden.
Hintergrund: Die JVA Bad Wörishofen
Die Justizvollzugsanstalt Bad Wörishofen wurde in den 1960er Jahren erbaut und liegt am nördlichen Ortsrand der Kurstadt. Sie verfügt über eine Kapazität von rund 500 Haftplätzen und zählt damit zu den größten Einrichtungen dieser Art im Regierungsbezirk Schwaben. In der JVA sind überwiegend Strafgefangene mit Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren untergebracht. Zusätzlich gibt es eine Abteilung für den offenen Vollzug.
In der Vergangenheit hat es immer wieder einmal kleinere Zwischenfälle vor dem Gefängnis gegeben. Ein derart massiver Polizeieinsatz ist allerdings selten, wie ein Sprecher der Polizeiinspektion Mindelheim auf Anfrage mitteilte. Die Zusammenarbeit mit den Bediensteten der JVA funktioniert nach dessen Worten gut.
Auswirkungen auf Therme und Stadt
Die in unmittelbarer Nähe gelegene Therme Bad Wörishofen, ein beliebtes Ausflugsziel der Region, war von dem Einsatz nur kurzzeitig beeinträchtigt. Der Badebetrieb wurde nicht unterbrochen, einige Parkplätze wurden allerdings für Einsatzfahrzeuge benötigt. Die Therme selbst blieb von dem Vorfall unberührt.
Für die rund 16.000 Einwohner zählende Stadt Bad Wörishofen war der Einsatz ein ungewöhnliches Ereignis. Die örtliche Polizei hat angekündigt, ihre Präsenz in dem Gebiet zu verstärken. Zudem wird geprüft, ob zusätzliche Überwachungskameras angebracht werden sollen, um die Sicherheit rund um die JVA langfristig zu erhöhen.
Ermittlungen der Kriminalpolizei
Die Kriminalpolizei Kaufbeuren hat die Ermittlungen übernommen. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine Hinweise auf eine politische Tat oder einen Zusammenhang mit der Haftanstalt selbst. Die Vernehmungen der Beteiligten dauern an. Die Polizei sucht außerdem weitere Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben.
„Die Hintergründe der Auseinandersetzung sind noch nicht abschließend geklärt. Wir gehen aber nicht von einer Gefahr für die Allgemeinheit aus“, sagte ein Sprecher der Polizei. Er appellierte an die Bevölkerung, keine unbestätigten Gerüchte in den sozialen Netzwerken zu verbreiten. Die Ermittlungsbehörden arbeiten den Angaben zufolge unter Hochdruck.



