Sechsjähriger entdeckt römische Münze in Kita-Sandkasten
Römische Münze von Sechsjährigem in Kita gefunden

Ein sechsjähriger Junge hat beim Spielen im Außengelände einer Kindertagesstätte in Echzell-Bingenheim (Wetteraukreis) eine römische Münze entdeckt. Der Fund erwies sich als rund 1.700 Jahre alter Follis, geprägt unter Kaiser Constans, einem Sohn Konstantins des Großen. Die Münze stammt aus der Zeit nach 337 nach Christus, als die römische Herrschaft in der Wetterau bereits beendet war.

Jüngster Finder in den hessischen Ortsakten

Laut Hardy Prison, dem zuständigen Bezirksarchäologen in Wiesbaden, dürfte der Sechsjährige zu den jüngsten Findern gehören, die in den Ortsakten des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen verzeichnet sind. Die Münze wurde ordnungsgemäß in der Fundstellenkartei der Abteilung hessenArchäologie aufgenommen und verbleibt im Archiv des Landesamtes.

Ein Indiz für eine neue spätantike Fundstelle?

Die Archäologen erklärten, dass die Germanen nach dem Ende der römischen Herrschaft neue Dörfer gründeten und das Gebiet dichter besiedelten. Sie standen jedoch weiterhin in Kontakt mit dem linksrheinisch bestehenden römischen Reich und handelten offenbar miteinander. Dies belegten zahlreiche römische Münzfunde in germanischen Siedlungen der Wetterau. Kreisarchäologe Jörg Lindenthal betonte: „Da bisher im direkten Umfeld der Kita in Bingenheim noch keine Fundstelle aus der Spätantike bekannt war, ist die Meldung dieses Neufundes wichtig. Natürlich handelt es sich um einen Einzelfund, der auf vielen Wegen auf das Grundstück gelangt sein kann – aber vielleicht ist er auch ein erstes Indiz für eine neue spätantike Fundstelle am Rande der Horloff. Vielleicht gibt es hier noch mehr.“

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Nachsuche mit den Kindern

Die Kinder der Kita verfolgten die Nachsuche an der Fundstelle und im Umfeld aufmerksam. Dabei wurden drei weitere historische Münzen gefunden – allerdings keine römischen. „Zum Vorschein kamen nur ein Zehn- und zwei Fünfpfennigstücke aus D-Mark-Zeiten“, hieß es. Diese modernen Münzen waren deutlich jünger und besaßen keinen archäologischen Wert.

Kein materieller, aber hoher historischer Wert

Die römische Münze hat nach Angaben der Kreisarchäologie keinen hohen materiellen Wert, aber eine große historische Bedeutung. Sie wird nun als Einzelfund in der Fundstellenkartei des Landesamtes für Denkmalpflege geführt. Der Fund reiht sich ein in eine Reihe von Zufallsfunden in Hessen: Erst kürzlich entdeckte eine Zwölfjährige im Büdinger Stadtteil Aulendiebach einen rund 2.700 Jahre alten bronzenen Armring der Kelten, der Mitte Juni im Museum Keltenwelt am Glauberg präsentiert wurde.

Hintergrund: Römische Münzfunde in der Wetterau

Die Wetterau war in römischer Zeit Teil des Obergermanisch-Rätischen Limes. Nach dem Fall des Limes um 260 n. Chr. zogen sich die Römer zurück, doch die Region blieb in Kontakt mit dem Imperium. Münzfunde wie dieser Follis belegen den anhaltenden Handel und kulturellen Austausch zwischen Germanen und Römern. Der Fund eines Kindes in einer Kita unterstreicht, dass archäologische Schätze manchmal an den unerwartetsten Orten zutage treten.

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