Robert Rischke, der Medienmanager und Stratege hinter dem Veranstaltungsmagazin „Tip“, zeigt sich gelassen angesichts der aktuellen Lage Berlins: „Berlin hatte schon schlimmere Tiefs“, sagte er bei einem Spaziergang durch Berlin-Mitte. Seit Januar 2023 arbeitet Rischke mit seinem Team in der Müllerstraße nahe dem Leopoldplatz – „urbaner geht es nicht“, so der gebürtige Bio-Berliner.
Beobachtungen eines Urgesteins
Rischke, der die Medienbranche seit Jahrzehnten kennt, teilt seine Eindrücke über die Stadt. Der Wedding, in dem sein Büro liegt, habe sich in den letzten Jahren stark gewandelt. „Früher war hier viel Leerstand, heute pulsiert das Leben“, sagt er. Die Mischung aus alteningesessenen Bewohnern und neuen Kreativen mache den Reiz aus. Auch die Gastronomie habe aufgeholt: „Der beste Döner kommt für mich aus dem Wedding – bei ‚Hasir‘ in der Müllerstraße.“
Krisen als Chance
Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und der Nachwirkungen der Pandemie sieht Rischke Potenzial. „Berlin war schon immer eine Stadt der Krisen, aber auch der Erneuerung“, betont er. Sein Magazin „Tip“ habe sich dank eines klaren Fokus auf Veranstaltungen und Kultur stabilisiert. „Wir setzen auf lokale Inhalte, das kommt an.“
Der Weg zum Erfolg
Rischke startete seine Karriere in den 1990er Jahren beim „Tip“ und übernahm später die strategische Leitung. Unter seiner Führung wurde das Magazin digitaler, ohne die Printwurzeln zu vernachlässigen. „Wir müssen dort sein, wo die Leser sind – ob auf Papier oder auf dem Smartphone.“ Die Auflage sei stabil, die Eventsparte wachse. „Letztes Jahr haben wir 150 Veranstaltungen begleitet, 20 Prozent mehr als im Vorjahr.“
Wedding als neuer Hotspot
Der Wedding, lange als Problembezirk verschrien, entwickelt sich laut Rischke zum Kreativquartier. „Hier entstehen Ateliers, Start-ups und Clubs – das zieht junge Leute an.“ Er selbst genieße die Vielfalt: „Morgens türkischer Bäcker, abends Hipster-Bar – das ist Berlin pur.“ Die Nähe zum Leopoldplatz mit seinem Wochenmarkt sei ein Pluspunkt.
Zukunftsaussichten
Rischke bleibt optimistisch für die Stadt. „Berlin wird sich immer neu erfinden – das ist seine Stärke.“ Sein Tipp für Neuberliner: „Ab in die Kieze, nicht nur in Mitte rumhängen.“ Der Medienmanager plant, weiter im Wedding zu bleiben: „Hier bin ich zu Hause, hier gehört mein Büro hin.“



