Hass auf Mädchen: Schongau-Täter radikalisierte sich in Incel-Szene
Schongau-Täter: Radikalisierung in Incel-Szene

Frauenfeindliches Manifest entdeckt

Die Ermittlungen zum Messerangriff an einer bayerischen Schule in Schongau haben eine erschreckende Radikalisierungsgeschichte zutage gefördert. Der mutmaßliche Täter, ein junger Mann, hinterließ ein sogenanntes Manifest, das von tief sitzendem Hass auf Mädchen und Frauen sowie brutalen Gewaltfantasien durchzogen ist. Laut SPIEGEL-Informationen stammen die Aufzeichnungen aus der Feder des Angreifers und wurden auf seinem Computer gefunden.

Spuren in dunkle Online-Szenen

Die Ermittler gehen davon aus, dass sich der Täter in einschlägigen Internetforen radikalisierte. Konkret fanden sich Hinweise auf eine „Attentäter-Fanszene“, in der Gewalttaten verherrlicht werden, sowie auf die sogenannte Incel-Bewegung. Incel („involuntary celibate“) ist eine Subkultur, die sich aus Männern zusammensetzt, die sich als unfreiwillig im Zölibat lebend betrachten und häufig Frauenfeindlichkeit sowie Gewalt gegen Frauen propagieren. Der Täter soll in diesen Foren aktiv gewesen sein und dort Bestätigung für seine radikalen Ansichten erhalten haben.

Gewaltfantasien und Frauenfeindlichkeit

Das Manifest des Schongau-Täters enthält detaillierte Beschreibungen von Angriffen und eine Verherrlichung von Tätern früherer Attentate. „Die Fantasien des Täters sind erschreckend konkret und zeigen eine tiefe Verachtung für das weibliche Geschlecht“, sagte ein Ermittler dem SPIEGEL. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob der Täter allein handelte oder Kontakte zu Gleichgesinnten hatte. Bislang gibt es keine Hinweise auf Mittäter, jedoch wird die Rolle von Online-Chats und Foren noch intensiv untersucht.

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Reaktionen und Folgen

Der Fall hat in Bayern eine Debatte über die Gefahren von Online-Radikalisierung ausgelöst. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kündigte an, die Überwachung extremistischer Online-Szenen zu verstärken. „Wir müssen verhindern, dass sich junge Menschen im Netz zu Gewalttaten radikalisieren“, so Herrmann. Auch Schulen und Präventionsstellen sollen künftig stärker für das Thema sensibilisiert werden. Der Angriff in Schongau hatte im Juni 2026 für Entsetzen gesorgt, als ein maskierter Mann mit einem Messer auf dem Schulhof um sich stach und mehrere Schülerinnen verletzte. Der Täter wurde von der Polizei überwältigt und sitzt in Untersuchungshaft.

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