Nach dem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin ruft der Schweriner CSD-Verein zu einer Mahnwache in der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns auf. Der Vorstand des Vereins zeigte sich tief erschüttert: „Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen sowie allen Menschen, die diese Gewalttat miterleben mussten.“
Mahnwache vor dem Rathaus – Einladung an alle Bürger
Für heute Abend um 18:00 Uhr sind alle Bürgerinnen und Bürger zu der Kundgebung vor dem Schweriner Rathaus eingeladen. Der Verein betont: „Wir lassen uns nicht einschüchtern. Unsere Antwort auf Hass ist Solidarität. Unsere Antwort auf Gewalt ist Zusammenhalt.“ Man stehe an der Seite des CSD Berlin und aller queeren Menschen, die sich ihr Recht auf Sichtbarkeit und ein Leben in Sicherheit nicht nehmen ließen.
Bereits 300 Menschen bei Mahnwache in Rostock
Bereits am Sonntagabend hatte es in der Rostocker Kröpeliner-Tor-Vorstadt eine Mahnwache gegeben. Laut Polizei versammelten sich dazu rund 300 Menschen, um ihrer Trauer und Solidarität Ausdruck zu verleihen.
Hintergrund: Der Anschlag in Berlin
Am späten Samstagabend war ein Auto am Rande des Berliner CSD in eine Menschenmenge gefahren. Die Behörden fahndeten nach dem 21-jährigen Abdul B., der mit einem Van mehr als ein Dutzend Menschen angefahren haben soll. Eine Frau erlitt so schwere Verletzungen, dass sie später starb. Der Tatverdächtige, der polizeibekannt war und der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet wurde, wurde am Sonntag bei einem Polizeieinsatz in Berlin getötet. Die genauen Hintergründe der Tat sind noch Gegenstand der Ermittlungen.
Reaktionen aus der Politik und der queeren Community
Der Anschlag löste bundesweit Entsetzen aus. Zahlreiche Politiker verurteilten die Tat aufs Schärfste und riefen zu Zusammenhalt auf. Auch queere Organisationen mahnten, dass die Sichtbarkeit und Sicherheit von LGBTQ+-Menschen nicht durch Gewalt eingeschränkt werden dürfe. Der Schweriner CSD-Verein unterstrich: „Wir stehen fest an der Seite der Berliner Community und aller, die sich für ein offenes und tolerantes Miteinander einsetzen.“
Die Mahnwache in Schwerin soll ein sichtbares Zeichen gegen Hass und Gewalt setzen. Der Verein hofft auf eine große Beteiligung, um zu zeigen, dass die Gesellschaft zusammensteht. In den kommenden Tagen sind weitere Aktionen in verschiedenen Städten Mecklenburg-Vorpommerns geplant.



