In Südkorea ist die höchste Temperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen worden. Die staatliche Wetterbehörde des Landes meldete am Dienstag in der südöstlichen Stadt Yangsan 42,5 Grad Celsius – ein Wert, der seit 1904 nicht erreicht wurde. Die Messung erfolgte um 13.26 Uhr Ortszeit (6.26 MESZ). Seit Tagen leidet das Land unter einer extremen Hitzewelle, die vielerorts Temperaturen über 40 Grad bringt.
Warnungen für mehr als 20 Gemeinden
Angesichts der anhaltenden Hitze haben die Behörden für mehr als 20 Gemeinden Hitzewarnungen herausgegeben. Die Menschen sind aufgerufen, sich vor allem in den Mittagsstunden im Schatten aufzuhalten und ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Besonders betroffen sind ältere Menschen und Vorerkrankte, die unter der Belastung leiden.
Die Wetterbehörde verweist auf eine alarmierende Entwicklung: Die durchschnittliche jährliche Zahl der Hitzewellentage in Südkorea hat sich in den vergangenen fünf Jahren auf 19 verdoppelt – in den 1970er Jahren waren es noch acht Tage. Ein Hitzewellentag ist definiert als ein Tag, an dem die Höchsttemperatur mindestens 33 Grad Celsius erreicht.
Klimawandel als Treiber
Wissenschaftler warnen, dass Extremwetterereignisse wie Hitzewellen infolge des menschengemachten Klimawandels häufiger und intensiver auftreten. Die Rekordhitze in Südkorea ist Teil eines globalen Musters, das auch andere Regionen betrifft.
Erst vor wenigen Wochen wurde in Deutschland ein neuer Allzeitrekord aufgestellt: Am 27. Juni 2026 wurden im sachsen-anhaltischen Möckern-Drewitz 41,8 Grad Celsius gemessen. Damit wurde der bisherige Höchstwert von 41,2 Grad aus dem Juli 2019 um 0,6 Grad übertroffen.
Rekorde auch in Europa
Innerhalb eines einzigen Wochenendes Ende Juni fielen die absoluten Landesrekorde in mindestens sechs weiteren europäischen Staaten: Tschechien, Slowakei, Polen, Ungarn, Luxemburg und Dänemark. Österreich verfehlte seinen Rekord von 40,5 Grad aus dem Jahr 2013 nur um vier Zehntelgrad, verzeichnete dafür aber an der Wiener Jubiläumswarte mit 27,3 Grad die wärmste je gemessene Nacht.
Die aktuellen Ereignisse zeigen, dass Hitzewellen keine lokale Erscheinung sind, sondern weltweit an Intensität gewinnen. Die Behörden in Südkorea rechnen damit, dass die Temperaturen in den kommenden Tagen hoch bleiben.



