Stade-Tragödie: 630.000 Euro Spenden für Vollwaisen
Stade-Tragödie: 630.000 Euro Spenden für Vollwaisen

Nach der Gewalttat in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade mit sechs Toten sind zwei Kleinkinder zu Vollwaisen geworden. Ein Spendenaufruf auf der Plattform GoFundMe hat innerhalb von zwei Tagen mehr als 630.000 Euro eingebracht. Die Geschwister im Alter von drei und vier Jahren haben durch die Tat ihre Mutter verloren, ihr Vater war bereits Ende April an einer Erkrankung gestorben, wie es auf der Plattform hieß.

Hintergrund der Tragödie

Die 32 Jahre alte Mutter arbeitete für das Jugendamt und wurde am Montag bei ihrer Arbeit in der Jugendhilfeeinrichtung getötet. Ein 45-jähriger Mann soll im Kontext eines Sorgerechtsstreits geschossen haben. Alle sechs Getöteten waren beruflich in der Jugendhilfe tätig. Der Tatverdächtige wurde festgenommen. Nach SPIEGEL-Informationen war der 45-Jährige zu einem Hilfeplangespräch verabredet, bei dem es um das Sorgerecht für seine drei Monate alte Tochter ging.

Spendenaufruf und Reaktionen

Die Initiatorin des Spendenaufrufs schrieb über die getötete Mutter: „Ihre Kinder waren ihr größter Schatz. Sie waren ihr Stolz, ihre Freude und ihr Ein und Alles.“ Mit dem Geld solle den Kindern ein möglichst sicherer Start in die Zukunft ermöglicht werden, hieß es. Genannt werden Versorgung, Betreuung, Bildung, mögliche therapeutische Unterstützung sowie Kosten für die Beerdigung. Die Spendenhöhe sei außergewöhnlich, teilte eine GoFundMe-Sprecherin auf SPIEGEL-Anfrage mit. Sie zeige, „wie tief die Tragödie in Stade die Menschen berührt hat“ und „wie stark der Zusammenhalt in solchen Momenten sein kann, wenn eine Gemeinschaft merkt, dass zwei Kinder plötzlich beide Elternteile verloren haben“.

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Sicherstellung der Spendenverwendung

Die Echtheit des Aufrufs bestätigte die Sprecherin nicht direkt, teilte aber mit, dass die Organisation in Kontakt mit der Initiatorin stehe. „Es werden keine Gelder ausgezahlt, bevor unser Team bestätigt hat, dass die als spendenbegünstigte hinterlegte Person tatsächlich der betroffenen Familie angehört bzw. ein Vormund oder Pflegeeltern der Kinder sind“, schrieb die Sprecherin. Der weitere Weg der Kinder sei noch ungewiss.

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