Mindelheimer Stadtrat stoppt Pläne für privates Oldtimermuseum
Stadtrat stoppt Oldtimermuseum-Pläne in Mindelheim

Der Mindelheimer Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung die Pläne für ein privates Oldtimermuseum gestoppt. Das Projekt des Investors, der eine historische Halle im Stadtgebiet zu einem Ausstellungsort für klassische Automobile umbauen wollte, ist damit vorerst gescheitert. Die Entscheidung fiel mit deutlicher Mehrheit, wie aus dem Rathaus zu erfahren war.

Hintergrund des Projekts

Der Investor hatte vorgesehen, eine denkmalgeschützte Halle aus den 1920er-Jahren zu erwerben und dort eine private Sammlung von Oldtimern auszustellen. Geplant waren neben der Dauerausstellung auch Werkstattflächen und ein kleines Café. Die Stadtverwaltung hatte das Vorhaben zunächst wohlwollend geprüft, da es Arbeitsplätze und touristische Impulse versprach.

Doch in der Diskussion im Stadtrat wurden erhebliche Bedenken laut. Kritisiert wurden insbesondere die zu erwartende Verkehrsbelastung, fehlende Parkplätze und die mögliche Lärmbelästigung für die Anwohner. Zudem sei die Halle in einem schlechten baulichen Zustand, was hohe Sanierungskosten verursachen würde, die letztlich die Stadt tragen müsste.

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Mehrheit gegen das Museum

In der Abstimmung stimmten 18 von 30 Stadträten gegen die Pläne. Nur sieben sprachen sich dafür aus, fünf enthielten sich. „Wir können dieses Projekt nicht mittragen, weil es für die Stadt mehr Nachteile als Vorteile bringt“, sagte der Fraktionsvorsitzende der CSU, Thomas Miller, in der Debatte. Auch die SPD-Fraktion lehnte das Vorhaben ab. „Die Verkehrsprobleme in diesem Bereich sind bereits jetzt groß, ein Museum würde sie weiter verschärfen“, argumentierte die SPD-Stadträtin Anna Huber.

Der Investor zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung. „Wir haben mehrere Monate an dem Konzept gearbeitet und waren bereit, in die Sanierung zu investieren. Dass der Stadtrat das Projekt nun ablehnt, ist für uns unverständlich“, erklärte er auf Nachfrage. Er wolle nun prüfen, ob rechtliche Schritte möglich seien.

Auswirkungen auf die Stadtentwicklung

Die Entscheidung hat auch Auswirkungen auf die Stadtentwicklung. Die Halle, die seit Jahren leer steht, wird vorerst weiter ungenutzt bleiben. Die Stadtverwaltung kündigte an, nach alternativen Nutzungsmöglichkeiten zu suchen. „Wir werden gemeinsam mit dem Eigentümer überlegen, wie die Halle künftig genutzt werden kann, vielleicht als Veranstaltungsort oder für soziale Zwecke“, sagte Oberbürgermeister Stefan Winter.

Tourismusexperten bedauerten die Ablehnung. „Ein Oldtimermuseum hätte eine zusätzliche Attraktion für Besucher sein können und die Region gestärkt“, sagte der Geschäftsführer des örtlichen Tourismusverbands, Michael Schneider. Allerdings müsse man die Bedenken der Anwohner ernst nehmen.

Reaktionen aus der Bürgerschaft

In der Bevölkerung ist die Meinung geteilt. Während einige Anwohner die Entscheidung begrüßen, weil sie eine Zunahme des Verkehrs befürchteten, zeigen sich andere enttäuscht. „Ich hätte mir das Museum gut vorstellen können, es wäre eine Bereicherung für die Stadt gewesen“, sagte ein Passant in der Innenstadt.

Der Stadtrat will sich nun in einer der nächsten Sitzungen erneut mit dem Thema befassen, um über die Zukunft der Halle zu beraten. Bis dahin sollen Gespräche mit dem Eigentümer geführt werden.

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