Thüringens Migrationsministerin Beate Meißner (CDU) schlägt vor, Schulferien stärker für die Integration junger Migrantinnen und Migranten zu nutzen. In einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur betonte sie, dass Ferienangebote eine gute Möglichkeit böten, Werte, Kulturen und Traditionen zu vermitteln, etwa durch Besuche verschiedener Einrichtungen.
Bei der am Mittwoch beginnenden Konferenz der Integrationsminister von Bund und Ländern in Essen soll ein entsprechender Antrag Thüringens beraten werden. Meißner regte an, neue Fördermöglichkeiten zu schaffen oder bestehende zu öffnen. Die Angebote könnten auch der Sprachförderung dienen und Begegnungen, Freundschaften sowie ein Zugehörigkeitsgefühl fördern.
Darüber hinaus seien Ferienangebote zur Berufsvorbereitung denkbar, etwa durch Kontakte zu Betrieben oder Ausbildungseinrichtungen. „Wenn man die Kinder beschäftigt, dann gibt man auch den Eltern eine Möglichkeit, beispielsweise einer Arbeit nachzugehen“, so die Ministerin.
Meißner forderte vom Bund zudem mehr Geld für psychosoziale Zentren zur Betreuung von Geflüchteten und eine dauerhafte Finanzierung. Viele Geflüchtete kämen mit Traumata und Erkrankungen, denen man sich gezielt widmen müsse. Die Bundesförderung sei von 17,5 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 11,6 Millionen Euro im Jahr 2026 gesunken.
Kritik übte die Ministerin an den Kürzungen des Bundes bei Integrationskursen, die sie als „Rasenmäher-Methode“ bezeichnete. Das Bundesinnenministerium hatte die Kurse auf Menschen mit „positiver Bleibeperspektive“ beschränkt. Meißner beklagte, dass vier Gruppen – darunter Asylsuchende und Ukrainer – keine Zulassung mehr erhielten, obwohl gerade Ukrainer dem Arbeitsmarkt helfen könnten.



