Im Sommer wollen alle Urlaub machen. Doch in vielen Unternehmen haben Eltern bei der Urlaubsplanung Vorrang. Agatha Kremplewski, Autorin einer Kolumne, hat sich Gedanken über die Fairness dieser Praxis gemacht und stellt fest: „Für Eltern ist der Sommerurlaub eine größere Frage als die nach der perfekten Freizeitgestaltung.“
Die Erfahrung einer Kinderlosen
Kremplewski erinnert sich an ihren Berufseinstieg in den 20ern: „Wer Kinder hatte, durfte sich im Sommer wochenlang freinehmen – wer keine hatte, musste schauen, was übrig bleibt.“ Dieses Privileg empfand sie als unfair, nicht aus persönlichem Neid auf den Strandurlaub, sondern aus Prinzip. „Wer Kinder hat, darf irgendwie mehr – den Urlaub freier einteilen, mehr Urlaub am Stück nehmen und bekommt alle Brückentage.“
Ausnutzung der Kinderlosen
Die Autorin kritisiert, dass kinderlose Singles oft aufgrund ihrer Flexibilität ausgenutzt werden. „Es stehen Überstunden an? Die Eltern können nicht. Wochenenddienst? Die Kinderlosen übernehmen. Sommerferien, Brückentag oder Weihnachten? Haben die Eltern bereits für sich gebucht.“ Diese Schieflage belastet das Betriebsklima und führt zu Unmut.
Plädoyer für Gleichberechtigung
Kremplewski fordert, dass auch Menschen ohne Kinder flexible Urlaubsplanung ermöglicht wird. „Nicht die Kinderlosigkeit sollte über die Urlaubsverteilung entscheiden, sondern die betrieblichen Notwendigkeiten und die individuellen Bedürfnisse aller Mitarbeiter.“ Ihrer Meinung nach sollten Arbeitgeber dafür sorgen, dass die Urlaubsplanung transparent und gerecht abläuft.



