Stadtwerkefest, Afrikafest, Localize und Stadionfest: Potsdams Festwochenende
Vier Feste feiern den Sommer in Potsdam

Potsdam hat am ersten Ferienwochenende den Sommer mit vier großen Festen gefeiert. Tausende Menschen besuchten das Stadtwerkefest in der Schiffbauergasse, das Afrikafestival auf dem Luisenplatz, das Localize-Festival auf dem Brauhausberg und das Stadionfest in Babelsberg. Die Veranstaltungen lockten Familien, Musikfans, Kunstinteressierte und Fußballbegeisterte gleichermaßen an.

Stadtwerkefest mit neuem Konzept begeistert

Das Stadtwerkefest fand erstmals an der Schiffbauergasse statt und präsentierte ein überarbeitetes Konzept: Mehrere Bühnen mit lokalen und weniger bekannten Künstlern sowie Mitmachangebote für Kinder. Am Samstagnachmittag waren viele Familien vor Ort. Geboten wurden Musik, Theater, Shows, Bastel- und Experimentierstationen sowie eine riesige Luftaufnahme von Potsdam, auf der die Besucher herumlaufen konnten. Der Potsdamer Kneipenchor trat auf der großen Bühne auf, und in der Waschhaus-Arena lud der „Drum Club“ zum gemeinsamen Trommeln ein. Ruhigere Ecken gab es im Schirrhof und rund um den Spielplatz. Die Stadtwerke präsentierten ihre Arbeit, unter anderem mit einem Müllwagen der Stadtentsorgung Potsdam (Step) zur Besichtigung. Kostenloses Wasser, Zuckerwatte und Popcorn waren beliebt; der kommunale Wasserversorger Energie und Wasser Potsdam (EWP) schenkte Trinkwasser aus.

Afrikafestival feiert 15. Auflage unter dem Motto „Der Reisende“

Am Luisenplatz rund um das Brandenburger Tor feierte die afrikanische Community Potsdams das Afrikafestival. Die 15. Auflage stand unter dem Motto „Der Reisende“. Die Besucher erlebten Tanz, Musik sowie Speisen und Getränke aus verschiedenen afrikanischen Ländern. Die Initiatorin Charity Esther Okezie-Andicene, die seit 36 Jahren in Potsdam lebt, war vor Ort. Die Stimmung war ausgelassen.

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Localize-Festival auf dem Brauhausberg: Kunst und Geschichte

Auf dem Brauhausberg fand das Localize-Festival unter dem Motto „The Power of Love“ statt. Das Gelände des ehemaligen Landtags, das künftig ein Uni-Campus werden soll, war noch verwaist. Anna Weberberger hatte für „Rapunzel“ gespendete Bettlaken zu einem Zopf geflochten, der aus dem Fenster am ehemaligen Plenarsaal bis auf den Hof reichte. Vor dem alten Landtagsgebäude bildete sich eine lange Schlange: Interessierte warteten geduldig auf einen Bauhelm, um die Kellerräume mit Kunstinstallationen zu erkunden. In alten Baracken wurde die Geschichte besetzter Häuser in Potsdam thematisiert – von den späten DDR-Jahren bis zur jüngsten Aktion in der Tornowstraße auf Hermannswerder. Die Installation „Melancholic Archive“ von Kombinat Tanz und Film und Joa Glassteller ließ alte Drucker und Geräte „singen“. Im Innenhof konnte man bei der Aktion „Verteiler“ der Künstler- und Architektengruppe lfm2 mit einer Schippe mitmachen.

Stadionfest in Babelsberg: 50 Jahre Karl-Liebknecht-Stadion

Der Fußballverein SV Babelsberg 03 feierte das 50-jährige Bestehen seines Karl-Liebknecht-Stadions mit einem Freundschaftsspiel gegen Zweitligist FC St. Pauli. 10.787 Zuschauer erlebten ein Torfestival, das der FC St. Pauli mit 1:4 für sich entschied. Oberbürgermeisterin Noosha Aubel (parteilos) trat den ersten Ball. Das Stadion, von den Fans liebevoll „Karli“ genannt, war ohne Pufferzonen voll genutzt, da die Vereine befreundet sind. Mit dabei waren Brandenburgs Sportminister Gordon Hoffmann (CDU) und Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD). Auch der frühere Cheftrainer des Frauenfußballvereins Turbine Potsdam, Bernd Schröder, und der frühere Turbine-Präsident Rolf Kutzmutz (Die Linke) sowie Potsdams früherer Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) saßen im Publikum.

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Solidarität mit Prüf-Demonstration

Beide Fußballvereine solidarisierten sich mit der sogenannten Prüf-Demonstration, die am Samstagnachmittag vor dem Landtag auf dem Alten Markt stattfand. In einer Pressemitteilung vom Sonntag hieß es: „Unsere Haltung ist klar: Wir treten entschieden gegen Ableismus, Antisemitismus, Homofeindlichkeit, Rassismus, Sexismus sowie jegliche Form von Diskriminierung und Gewalt ein. Gerade jetzt braucht unsere Demokratie eine starke Verteidigung – im Stadion, auf den Straßen und im Alltag. Deshalb: Werdet aktiv, informiert euch, unterstützt die Petitionen von PRÜF und geht zu den Demonstrationen.“ Bei den bundesweiten Demos wird die Überprüfung von als rechtsextrem oder rechtsextremer Verdachtsfall eingestuften Parteien durch das Bundesverfassungsgericht gefordert. Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich in Potsdam rund 1000 Menschen. Auf der Bühne standen unter anderem die Musikerin Dota Kehr, die Comedienne Jana Jansen und der Poetry Slammer Chriss Lyasann.