Trauerbeflaggung am 15.11.25: Warum die Flaggen halbmast hängen
Warum hängen die Fahnen am 15.11.25 auf Halbmast?

Am Samstag, 15. November 2025, werden in Deutschland viele Flaggen auf halbmast hängen. Das sorgt immer wieder für Fragen: Was hat es mit dieser Trauerbeflaggung auf sich? Der Grund ist der Volkstrauertag, der in diesem Jahr auf den Sonntag, 16. November 2025, fällt. Offiziell werden die Fahnen bereits einen Tag zuvor gesenkt, um die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zu ehren.

Was bedeutet Trauerbeflaggung überhaupt?

Die Trauerbeflaggung ist ein staatlicher Ausdruck des Gedenkens. Die öffentlichen Gebäude setzen die Nationalflagge auf halbe Masthöhe. Die technische Durchführung ist genau geregelt: Die Flagge wird bis zur Spitze gehisst und anschließend um ihre eigene Breite abgesenkt. Dadurch liegt der untere Rand der Fahne in der Mitte des Mastes – das typische Bild einer Halbmast-Flagge.

In Deutschland sind die Bundesländer für ihre eigenen Gebäude zuständig, der Bund ordnet die Trauerbeflaggung für seine Behörden an. Die gesetzliche Grundlage bildet die Allgemeine Anordnung über die Beflaggung der Dienstgebäude des Bundes. Sie legt feste Gedenktage fest, erlaubt aber auch kurzfristige Anordnungen, etwa bei Naturkatastrophen oder Todesfällen von Repräsentanten.

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Warum ausgerechnet der 15. November 2025?

Der Volkstrauertag hat kein festes Datum, sondern wandert durch den November. Er wird immer zwei Sonntage vor dem ersten Advent begangen. Für 2025 ergibt sich daraus der 16. November als eigentlicher Gedenktag. Weil aber viele Gedenkveranstaltungen schon am Vorabend stattfinden, ist die Trauerbeflaggung bereits am 15. November zu sehen. Viele Kommunen stellen ihre Flaggen aus organisatorischen Gründen schon am Freitagnachmittag auf halbmast, damit sie am Samstag und Sonntag Trauer zeigen.

Die Fahnen bleiben bis zum Einbruch der Dunkelheit des Gedenktags gesenkt. In Augsburg werden die städtischen Gebäude am 15. und 16. November 2025 mit Trauerbeflaggung versehen. Die Stadt weist darauf hin, dass auf dem Rathausplatz eine zentrale Gedenkveranstaltung stattfindet. Auch viele Privatleute hängen ihre Bundesflagge als Zeichen der Anteilnahme auf halbmast – freiwillig und ohne behördliche Aufforderung.

Weitere Tage mit Trauerbeflaggung

Der Volkstrauertag ist nicht der einzige Termin im Jahr. Die Flaggenanordnung des Bundes listet mehrere feste Gedenktage auf, an denen die öffentlichen Flaggen halbmast wehen:

  • 27. Januar – Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
  • 8. Mai – Tag der Befreiung
  • 20. Juli – Gedenktag für den Widerstand gegen das NS-Regime
  • Volkstrauertag (zweiter Sonntag vor dem ersten Advent)
  • Totensonntag (letzter Sonntag vor dem ersten Advent, in den meisten Bundesländern)

In katholisch geprägten Regionen kommen Allerheiligen (1. November) und Allerseelen (2. November) als Trauertage hinzu. Auch der Buß- und Bettag ist in Bayern und Sachsen ein Tag, an dem in manchen Gemeinden Trauerbeflaggung angeordnet wird. Die Länder können also zusätzliche Termine bestimmen.

Bei Anlässen von nationaler Bedeutung kann die Bundesregierung eine kurzfristige Trauerbeflaggung ausrufen. Das geschah nach der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021, als die Flaggen drei Tage lang auf halbmast gesetzt wurden. Auch beim Tod eines ehemaligen Bundespräsidenten oder eines Kanzlers wird die Trauerbeflaggung für einen oder mehrere Tage angeordnet.

Regeln für Bürgerinnen und Bürger

Die Trauerbeflaggung ist eine Pflicht für alle öffentlichen Einrichtungen. Private Haushalte, Unternehmen und Vereine können sich anschließen, sind aber nicht verpflichtet. Wer eine Deutschlandflagge besitzt, kann sie an diesen Tagen eigenhändig auf halbmast setzen. Dabei gilt die Faustregel: Die Flagge wird zunächst vollständig gehisst und dann langsam bis zur halben Höhe abgesenkt – am besten so, dass der untere Rand exakt auf der Mastmitte liegt.

Bei mehreren Flaggen an einem Mast ist die Reihenfolge wichtig. Die Europaflagge darf niemals oberhalb der Nationalflagge wehen, schon gar nicht bei Trauerbeflaggung. Üblich ist, dass die Bundesflagge am Hauptmast und die Europaflagge an einem zweiten Mast gesetzt wird. Zusätzliche Banner oder Netzflaggen am selben Mast sind bei offizieller Trauerbeflaggung unzulässig.

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Was die halbe Masthöhe symbolisiert

Die Sitte, Flaggen auf halbmast zu setzen, geht auf die Seefahrt zurück. Im 17. Jahrhundert ließen Schiffe beim Trauerfall die Flagge herunter, um den Platz für den „unsichtbaren Geist der Verstorbenen“ zu öffnen. Andere Deutungen sehen in der halben Masthöhe einen Ausdruck der Trauer, die den Himmel nicht gänzlich erreicht. In Deutschland ist die halbe Masthöhe ein zentrales Mittel, um öffentliche Anteilnahme zu zeigen – zugleich wird damit die Verfassungstreue des Staates unterstrichen.

Die Trauerbeflaggung ist kein Relikt aus vergangenen Tagen, sondern ein lebendiges Ritual. Jedes Jahr im November beantworten Kommunen die Frage nach den gesenkten Fahnen mit dem Hinweis auf den Volkstrauertag. Auch der 15. November 2025 wird da keine Ausnahme sein. Wer die Flaggen auf halbmast sieht, sollte wissen: Deutschland gedenkt an diesem Wochenende der Millionen Toten durch Kriege und Gewaltherrschaft.

Die Feierlichkeiten sind am Sonntag mit einer zentralen Gedenkstunde im Bundestag abgeschlossen. Danach gehen die Flaggen wieder in volle Höhe – bis zum nächsten Gedenktag. Termine wie der 15.11.25 und der 3.8.26 stehen bereits in den Kalendern der Behörden. Ob auch der 3. August 2026 eine Trauerbeflaggung bringt, wird vom Innenministerium rechtzeitig bekannt gegeben.