Zielzeit verpasst? Staunen Sie besser über sich selbst
Zielzeit verpasst? Staunen Sie über sich selbst

Eine verpasste Zielzeit – sei es im Sport, im Beruf oder im Alltag – löst oft Enttäuschung und Selbstkritik aus. Doch der renommierte Psychologe und Autor Prof. Dr. Jens Förster plädiert in seiner Kolumne für einen radikalen Perspektivwechsel: Statt sich über das Verfehlen eines Ziels zu ärgern, sollten wir lieber über unsere eigenen Erfolge staunen. Dieser Ansatz, so Förster, könne nicht nur die Zufriedenheit steigern, sondern auch die Leistungsfähigkeit verbessern.

Die Macht des Staunens

Förster erklärt, dass Staunen eine emotionale Reaktion sei, die uns für neue Möglichkeiten öffne. „Wenn wir staunen, sind wir präsent und neugierig – genau das Gegenteil von Frustration und Selbstvorwürfen“, schreibt er. Studien aus der Positiven Psychologie belegen, dass regelmäßiges Staunen das Wohlbefinden und die Kreativität fördert. Wer sich also nach einem verpassten Ziel bewusst an vergangene Erfolge erinnert, könne neue Energie schöpfen.

Vom Soll zum Ist

Der Autor kritisiert die weit verbreitete Fixierung auf Soll-Zustände. „Wir vergleichen uns ständig mit Idealvorstellungen, die oft unrealistisch sind“, so Förster. Stattdessen empfiehlt er, den Ist-Zustand wertschätzend zu betrachten. Ein Beispiel: Wer einen Marathon nicht in der gewünschten Zeit läuft, könne stolz auf die zurückgelegte Distanz sein. Diese Umdeutung sei nicht naiv, sondern ein aktiver Schritt zu mehr Resilienz.

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Praktische Tipps für den Alltag

Förster gibt konkrete Ratschläge: Führen Sie ein Erfolgstagebuch, notieren Sie täglich drei Dinge, die gut gelaufen sind. Oder teilen Sie große Ziele in kleine Etappen und feiern Sie jeden Zwischenschritt. „Das Staunen über das Erreichte ist ein Muskel, den man trainieren kann“, betont er. Wer dies regelmäßig praktiziere, werde gelassener mit Rückschlägen umgehen.

Kritik an der Leistungsgesellschaft

Die Kolumne richtet sich auch gegen den gesellschaftlichen Druck, ständig Höchstleistungen zu erbringen. Förster warnt vor einer „Tyrannei des Solls“, die zu Burnout und Unzufriedenheit führe. Stattdessen plädiert er für eine Kultur des Staunens, die Raum für Fehler und Lernprozesse lasse. „Erfolg ist nicht das Gegenteil von Scheitern, sondern das Ergebnis von vielen kleinen Schritten, die wir oft übersehen“, so der Psychologe.

Fazit: Neue Perspektive auf Erfolg

Die Botschaft ist klar: Wer seine Zielzeit verpasst, sollte nicht in Selbstkritik verfallen, sondern über das bereits Erreichte staunen. Dieser Perspektivwechsel kann nicht nur die psychische Gesundheit stärken, sondern auch langfristig zu mehr Erfolg führen – im Sport, im Beruf und im Leben. Försters Kolumne ist eine erfrischende Einladung, die eigenen Maßstäbe zu überdenken und die Freude am Weg wiederzuentdecken.

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