Die Wagner-Klinik in Bad Wörishofen hat am vergangenen Wochenende das 40-jährige Bestehen ihrer Marienkinder-Station gefeiert. Zahlreiche Gäste, darunter ehemalige Patienten, ihre Familien sowie langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, folgten der Einladung zu einem Festakt in der Klinik.
Ein Ort der Hoffnung und Heilung
Seit vier Jahrzehnten bietet die Marienkinder-Station der Wagner-Klinik eine spezialisierte Betreuung für Kinder und Jugendliche mit psychosomatischen Erkrankungen. Die Einrichtung hat sich in dieser Zeit zu einem überregionalen Zentrum entwickelt, das jährlich rund 300 jungen Patienten eine ganzheitliche Therapie ermöglicht. „Die Marienkinder sind mehr als nur eine Station – sie sind eine Familie“, betonte die leitende Ärztin Dr. med. Sabine Müller in ihrer Festrede.
Die Geschichte der Marienkinder reicht bis ins Jahr 1984 zurück, als die damalige Klinikleitung beschloss, eine eigene Abteilung für die Behandlung von Kindern mit seelischen Problemen einzurichten. Anfangs standen vor allem Verhaltensauffälligkeiten und Lernstörungen im Fokus, heute umfasst das Spektrum auch Angststörungen, Depressionen und Essstörungen.
Festakt mit emotionalen Momenten
Beim Festakt am Samstag kamen auch ehemalige Patienten zu Wort, die von ihren Erfahrungen berichteten. Die 32-jährige Anna Lehmann, die vor 20 Jahren selbst als Marienkind behandelt wurde, erzählte: „Ohne die Unterstützung hier hätte ich meinen Weg nicht gefunden. Die Therapeuten haben mir geholfen, wieder Vertrauen in mich selbst zu gewinnen.“ Ihre Geschichte bewegte viele der Anwesenden.
Neben dem offiziellen Programm gab es auch ein buntes Rahmenprogramm für die jüngsten Gäste. Eine Hüpfburg, Kinderschminken und verschiedene Bastelaktionen sorgten für Kurzweil. Die Klinik nutzte die Gelegenheit, um sich bei allen Unterstützern und Förderern zu bedanken, die das Jubiläum möglich gemacht haben.
Blick in die Zukunft
Die Wagner-Klinik plant, das Angebot der Marienkinder-Station weiter auszubauen. So sollen in den kommenden Jahren die therapeutischen Möglichkeiten erweitert und die Zusammenarbeit mit Schulen und Beratungsstellen intensiviert werden. „Die Nachfrage nach Plätzen ist ungebrochen hoch, und wir möchten noch mehr Familien helfen“, erklärte Klinikgeschäftsführer Thomas Wagner.
Das Jubiläum war auch Anlass, auf die Erfolge der vergangenen vier Jahrzehnte zurückzublicken. Zahlreiche ehemalige Patienten führen heute ein selbstbestimmtes Leben, viele haben selbst Familien gegründet. Die Klinik ist stolz darauf, einen Beitrag zu dieser positiven Entwicklung geleistet zu haben.
Mit einem gemeinsamen Ausklang im Foyer der Klinik endete der Festtag. Die Besucher waren sich einig, dass die Marienkinder-Station auch in Zukunft ein wichtiger Ankerpunkt für Kinder und Jugendliche in seelischen Notlagen sein wird.



