Die Berliner Gesundheitsämter haben einen Todesfall nach einer Vibrionen-Infektion registriert. Insgesamt verzeichnet das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in seinem jüngsten Wochenbericht zu Infektionskrankheiten in diesem Jahr bereits drei Fälle von Vibrionen-Infektionen. Davon haben sich den Angaben zufolge zwei Erkrankungen vermutlich durch Wund- oder Hautkontakt mit Meer- beziehungsweise Brackwasser in Mecklenburg-Vorpommern entwickelt.
Alle Betroffenen über 75 Jahre alt
Bei allen drei Betroffenen lag eine Wundinfektion vor, die sich in zwei Fällen zu einem septischen Krankheitsbild entwickelte, in einem Fall mit tödlichem Verlauf. Die Patienten waren alle über 75 Jahre alt und zählten somit zur Risikogruppe. Dazu zählen insbesondere ältere und immungeschwächte Menschen sowie Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Leber- oder schweren Herzerkrankungen. Gefährdet sind vor allem Menschen mit offenen Wunden.
Hohe Wassertemperaturen begünstigen Vibrionen
Vibrionen sind natürlicherweise in Süß-, Brack- und Salzwasser vorkommende Bakterien. Mit sommerlicher Hitze steigt das Risiko für Infektionen an Nord- und Ostsee. Bei Wassertemperaturen über 20 Grad können sich die Erreger nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in Oberflächengewässern stark vermehren. Gerade in flachen, sich schnell erwärmenden Küstenbereichen nimmt die Gefahr deutlich zu. Die Ostsee ist aufgrund ihres niedrigen Salzgehalts besonders betroffen.
Frühe Saison in diesem Jahr
Dem Lageso-Bericht zufolge verzeichneten die Berliner Gesundheitsämter im gesamten Jahr 2024 fünf Vibrionen-Infektionen, ebenso 2023. In diesem Jahr sind es bis zur 29. Kalenderwoche bereits drei – eine vergleichsweise frühe und hohe Zahl. In den Vorjahren sei bis zu diesem Zeitpunkt im Mittel lediglich eine Infektion gemeldet worden. Die frühe Saison wird wahrscheinlich durch die hohen Temperaturen und die damit verbundene frühe Erwärmung der Küstengewässer verursacht.



