Im Osten der Demokratischen Republik Kongo ist erneut das Ebola-Fieber ausgebrochen. Diesmal handelt es sich um eine seltene Variante des Virus, die als Bundibugyo bezeichnet wird. Diese Variante war zuvor nur einmal, vor fast 20 Jahren, aufgetreten. Die derzeitigen Bedingungen in der Region sind äußerst schwierig: Seit Jahren herrscht dort Krieg, viele Menschen sind auf der Flucht, die medizinische Versorgung ist zusammengebrochen, und Helfer werden angegriffen.
Nach offiziellen Angaben sind bereits mehr als 200 Menschen gestorben, über 850 gelten als wahrscheinlich infiziert. Die tatsächlichen Zahlen könnten jedoch höher liegen, da viele Erkrankte in abgelegenen Dschungelgebieten leben und nicht erfasst werden. Die Weltgesundheitsorganisation hat Mitte Mai die höchste Alarmstufe ausgerufen und spricht von einer „gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite“.
Die Bundibugyo-Variante stellt die Mediziner vor besondere Herausforderungen. Für häufigere Ebola-Varianten gibt es inzwischen Tests und Impfstoffe, doch für Bundibugyo funktionieren diese nicht. Das erschwert sowohl den Schutz der Bevölkerung als auch die Diagnose der Erkrankung. Die Symptome ähneln denen anderer Ebola-Formen: hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall, Erbrechen, innere Blutungen und Organversagen. Viele Patienten sterben.
In Deutschland wurde ein amerikanischer Arzt behandelt, der sich im Kongo infiziert hatte. Er wurde in der Berliner Charité auf der Sonderisolierstation versorgt, die für hochansteckende Krankheiten ausgestattet ist. Nach zwei Wochen konnte er die Klinik wieder verlassen. Auch seine Familie war zur Beobachtung in der Charité, zeigte aber keine Symptome.
Die Forschung an Impfstoffen und Medikamenten gegen die Bundibugyo-Variante läuft auf Hochtouren. Bis diese einsatzbereit sind, bleibt die Eindämmung des Ausbruchs eine große Herausforderung.



