Am 16. findet in Bad Wörishofen das erste Treffen der neu gegründeten Hashimoto-Selbsthilfegruppe für Frauen statt. Die Gruppe ist nach Angaben ihrer Initiatorinnen die erste ihrer Art in der Kurstadt und im Landkreis Unterallgäu. Sie wendet sich an Frauen, die an Hashimoto-Thyreoiditis erkrankt sind – einer Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Schilddrüse angreift und chronisch entzündet.
Was ist Hashimoto-Thyreoiditis?
Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Schilddrüse, benannt nach dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto, der sie 1912 erstmals beschrieb. Bei dieser Autoimmunerkrankung bildet der Körper Antikörper gegen Schilddrüsengewebe, wodurch die Schilddrüse langsam zerstört wird. In der Folge kommt es häufig zu einer Schilddrüsenunterfunktion.
Typische Symptome sind unter anderem Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, trockene Haut und depressive Verstimmungen. Die Erkrankung verläuft oft schleichend und wird nicht selten erst spät diagnostiziert. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer; auch eine familiäre Häufung wird beobachtet. Die Behandlung erfolgt in der Regel mit dem Schilddrüsenhormon Levothyroxin, das die fehlenden Hormone ersetzt. Bei richtiger Dosierung können Betroffene ein weitgehend beschwerdefreies Leben führen. Auch eine ausgewogene Ernährung und Stressbewältigung spielen eine wichtige Rolle.
Gründung der Selbsthilfegruppe
In Bad Wörishofen haben sich betroffene Frauen zusammengeschlossen, um eine Selbsthilfegruppe aufzubauen. Die Idee entstand aus dem Wunsch, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen. Die Organisatorinnen möchten eine Plattform schaffen, auf der Frauen offen über ihre Erfahrungen mit der Erkrankung sprechen können – von der Diagnose über Therapieerfahrungen bis hin zu Alltagsproblemen.
Die Gruppe versteht sich als offenes Angebot für Frauen jeden Alters und in jedem Stadium der Erkrankung. Auch Frauen, bei denen der Verdacht auf Hashimoto besteht oder die Diagnose erst kürzlich gestellt wurde, sind willkommen. Neben dem Austausch sollen bei künftigen Treffen auch Themen wie Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung behandelt werden.
Ort und Zeit des ersten Treffens
Das erste Treffen findet am 16. statt. Nähere Informationen zu Uhrzeit und Veranstaltungsort erhalten Interessierte über die Selbsthilfekontaktstelle des Landkreises Unterallgäu, die die Gruppe unterstützt. Die Kontaktstelle ist auch Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Selbsthilfegruppe. Die Initiatorinnen betonen, dass der Austausch auf Augenhöhe im Mittelpunkt stehen soll, so der Grundgedanke der Gruppe.
Da es in der Region bisher kaum spezielle Angebote für Hashimoto-Betroffene gibt, erwarten die Organisatorinnen eine rege Beteiligung. Die Teilnahme an den Treffen ist unabhängig von einer Mitgliedschaft in einem Verein oder einer Organisation möglich.
Bad Wörishofen als Gesundheitsstandort
Bad Wörishofen ist überregional bekannt als Kur- und Erholungsort mit langer Kneipp-Tradition. Zahlreiche Kureinrichtungen und Kliniken ziehen jedes Jahr viele Gäste an. Die neue Selbsthilfegruppe passt in das Profil der Stadt und ergänzt das Gesundheitsangebot für die lokale Bevölkerung.
Gerade in einer Kurstadt ist das Thema Schilddrüse relevant, da viele Menschen mit Stoffwechselerkrankungen hier Erholung suchen. Die Selbsthilfegruppe schließt eine Lücke im Angebot des Unterallgäus und bietet betroffenen Frauen eine wohnortnahe Anlaufstelle.
Selbsthilfegruppen als wichtige Ergänzung
Selbsthilfegruppen leisten einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung, indem sie Betroffenen Raum für Erfahrungsaustausch und gegenseitige Unterstützung bieten. Sie ergänzen die medizinische Behandlung und helfen, mit chronischen Erkrankungen besser zu leben. Für Frauen mit Hashimoto-Thyreoiditis kann der Austausch mit Gleichgesinnten ein wertvoller Baustein sein, um die Krankheit anzunehmen und Strategien für den Alltag zu entwickeln.
Die Organisatorinnen hoffen, dass sich die Gruppe dauerhaft etabliert und regelmäßig trifft. Wer Interesse hat, kann sich unverbindlich über die Selbsthilfekontaktstelle informieren oder zum ersten Treffen am 16. kommen. Weitere Details werden rechtzeitig bekannt gegeben.



