Thüringen plant, pflegenden Nachbarn den Zugang zu Aufwandsentschädigungen der Pflegekassen zu erleichtern. Statt eines verpflichtenden Pflegekurses soll künftig das Lesen eines Flyers mit Hinweisen zum Umgang mit älteren Menschen ausreichen. Dies gab Sozialministerin Katharina Schenk (SPD) am Mittwoch im Landtag bekannt.
„Das ist nicht nur Entbürokratisierung, das ist auch Vertrauensvorschuss“, sagte Schenk. Die Vereinfachung soll noch in diesem Jahr in Kraft treten. Allerdings muss zuvor eine Richtlinie geändert werden, was nach Angaben des Sozialministeriums noch einige Monate dauern kann.
Bislang müssen Nachbarn, die pflegebedürftige Menschen unterstützen, einen Kurs absolvieren, um Anspruch auf eine Aufwandsentschädigung zu haben. Die Vermittlung in diese Kurse habe sich jedoch als große Hürde erwiesen, so Schenk. Daher ist die Verpflichtung bereits durch eine Übergangsregelung ausgesetzt. Die Empfehlung, einen Kurs zu besuchen, bleibt jedoch bestehen.
Die Kurse umfassen fünf Einheiten von je 90 Minuten und vermitteln den Helfern den Umgang mit körperlichen und seelischen Belastungen der Nachbarschaftshilfe.



