Gehirnchip für Blinde: Science Corp startet in Deutschland
Gehirnchip für Blinde startet in Deutschland

Auf der Biocap in Berlin sorgte das US-amerikanische Medizintechnik-Start-up Science Corp mit einer bahnbrechenden Ankündigung für Aufsehen. Das Unternehmen plant, seinen innovativen Mikrochip „Prima“ ab September in Deutschland auf den Markt zu bringen. Dieser Chip soll blinden Menschen in Kombination mit einer Spezialbrille das Sehen in Schwarz-Weiß ermöglichen. „Es ist das erste Mal in der Geschichte der Menschheit, dass wir das Sehvermögen für Blinde wiederherstellen können“, erklärte Darius Shahida, Chief Strategic Officer von Science Corp, auf der Biotech-Messe.

Europäischer Markt priorisiert

Science Corp setzt bewusst auf Europa für den kommerziellen Start seiner Technologie. „Wir werden unsere Technologie kommerziell nicht zuerst in den USA verfügbar machen, sondern in Europa – ich glaube, das spricht Bände darüber, dass die Aufsichtsbehörden und klinischen Partner hier in Europa den Wert und die Bedeutung dieser Technologie erkennen“, so Shahida. Ab September soll das Produkt in Deutschland erhältlich sein. Die Zulassung der zuständigen EU-Behörde CMARC steht zwar noch aus, doch Shahida zeigte sich zuversichtlich, dass diese bald erteilt wird.

Deutschland als Biotech-Standort gestärkt

Die Entscheidung von Science Corp unterstreicht die Bedeutung Deutschlands als Biotech-Standort. „Deutschland ist einer der Marktführer in den Bereichen Technologie und Innovation, ganz sicher im Gesundheitswesen. Hier gibt es einige der besten Chirurgen der Welt“, argumentierte Shahida. Das Unternehmen kombiniert Chipentwicklung und Neurochirurgie, um Gehirnchips für medizinische Zwecke zu entwickeln. Der Mikrochip „Prima“ wird hinter der Netzhaut implantiert, wobei die Operation etwa eine Stunde dauert.

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Funktionsweise des Chips

Das Implantat arbeitet mit einer Brille zusammen, die per Infrarotstrahl ein Videosignal an den Chip sendet. Ein Laserprojektor versorgt das Implantat über Photovoltaik mit Energie. „In der Praxis gibt es keine Kabel“, betonte Shahida. Mit „Prima“ will das Unternehmen den Markt für trockene, altersbedingte Makuladegeneration adressieren, eine der häufigsten Erblindungsursachen weltweit. Bei dieser Krankheit sterben die Fotorezeptoren in der Netzhaut ab, sodass Betroffene Teile ihres Augenlichts verlieren. „In einigen Fällen hatten wir Patienten, die wieder 300-seitige Romane gelesen haben“, erzählte Shahida.

Hintergrund des Unternehmens

Science Corp wurde von Max Hodak gegründet, der auch gemeinsam mit Elon Musk das Unternehmen Neuralink ins Leben rief. Beide Start-ups arbeiten an der Entwicklung von Gehirnchips. Hodak versteht das Gehirn als Computer, der Informationen verarbeitet. Kommt es durch Schäden zu Problemen bei der Informationsübertragung, kann der Mikrochip „Prima“ aushelfen. Die Ankündigung auf der Biocap könnte einen Meilenstein in der Medizingeschichte darstellen und zeigt das Potenzial Deutschlands als führenden Biotech-Standort.

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