Klinikum Potsdam: Patienten zahlen 5 Euro täglich für WLAN und TV
Klinikum Potsdam: 5 Euro täglich für WLAN und TV

Patienten im städtischen Bergmann-Klinikum in Potsdam müssen weiterhin für die Nutzung von WLAN und Fernsehen zahlen – fünf Euro pro Tag. Dies berichtet der Tagesspiegel. Die Fraktion Die Andere versucht seit Jahren, diesen Zustand zu ändern, bisher jedoch erfolglos. Andere Krankenhäuser, wie das St. Josefs, bieten diese Dienste bereits kostenlos an.

Hintergrund der Debatte

Die Forderung nach kostenlosem Internet und TV in Krankenhäusern ist nicht neu. Befürworter argumentieren, dass der Zugang zu digitalen Diensten für Patienten essentiell sei, um mit Angehörigen in Kontakt zu bleiben oder sich zu unterhalten. Insbesondere bei längeren Aufenthalten könne dies zur Genesung beitragen. Das Bergmann-Klinikum als städtische Einrichtung steht daher besonders in der Kritik.

Die Fraktion Die Andere hatte mehrfach Anträge im Stadtrat eingebracht, um die Gebühren abzuschaffen. Bislang scheiterten diese jedoch an Mehrheitsverhältnissen oder finanziellen Bedenken. Das Klinikum selbst verweist auf die Kosten für die Bereitstellung der Infrastruktur.

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Vergleich mit anderen Krankenhäusern

Während das Bergmann-Klinikum an den Gebühren festhält, bieten andere Häuser in Potsdam und Umgebung bereits kostenlosen Zugang. Das St. Josefs-Krankenhaus, eine katholische Einrichtung, stellt Patienten WLAN ohne Aufpreis zur Verfügung. Auch viele andere Kliniken in Deutschland haben erkannt, dass kostenloses Internet ein wichtiger Servicefaktor ist.

Die Ungleichbehandlung sorgt für Unmut bei Betroffenen. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum ich in einem städtischen Krankenhaus zahlen muss, während es anderswo kostenlos ist“, zitiert der Tagesspiegel einen Patienten. Die Fraktion Die Andere kündigte an, das Thema weiter zu verfolgen.

Finanzielle Aspekte

Das Bergmann-Klinikum begründet die Gebühren mit den laufenden Kosten für Wartung und Lizenzgebühren. Eine Sprecherin erklärte auf Anfrage: „Die Einnahmen aus den Gebühren tragen dazu bei, den Service aufrechtzuerhalten.“ Kritiker halten dagegen, dass die Summen im Vergleich zu den Gesamtkosten des Klinikbetriebs verschwindend gering seien und der Service als Teil der Grundversorgung betrachtet werden müsse.

Bislang gibt es keine konkreten Pläne, die Gebühren abzuschaffen. Die Stadtverwaltung prüft jedoch laut Tagesspiegel die Möglichkeit, eine Finanzierung aus städtischen Mitteln zu ermöglichen. Ein Beschluss dazu steht noch aus.

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