In der zweiten Sommerfolge des Podcasts „Länger Leben“ stehen erneut die Hörerfragen im Mittelpunkt. Dr. Felix Bertram, Arzt und Longevity-Experte, widmet sich diesmal drei zentralen Themen aus der Community: der Einnahme von Kreatin, den Ursachen von Schlafproblemen und dem Umgang mit weichen Plaques in den Arterien. Die Folge baut auf den Erfahrungen und Unsicherheiten der Zuhörer auf und liefert praxisnahe Antworten.
Kreatin für ältere Menschen: Empfehlungen und Dosierung
Die erste Frage betrifft die Wahl des richtigen Kreatin-Präparats. Dr. Bertram erklärt, dass das Nahrungsergänzungsmittel besonders für ältere Menschen vorteilhaft sei. Kreatin könne die Muskelkraft und kognitive Funktion unterstützen, was im Alter oft nachlasse. Er empfiehlt eine tägliche Dosis von drei bis fünf Gramm – bei Bedarf auch höher, jedoch erst nach Rücksprache mit einem Arzt. Wichtig sei die Reinheit des Produkts: Kreatin-Monohydrat gelte als Goldstandard. „Achten Sie auf Hersteller, die unabhängige Qualitätssiegel vorweisen können“, so der Mediziner. Zudem sei die Löslichkeit ein Indikator für die Qualität.
Schlafstörungen: Wenn gute Tipps nicht helfen
Eine zweite Zuhörerin leidet unter Einschlafproblemen, trotz Beachtung gängiger Schlafhygiene-Regeln. Dr. Bertram betont die Grundlagen: regelmäßige Bettzeiten, Vermeidung von Bildschirmen vor dem Schlafengehen und eine kühle, dunkle Schlafumgebung. Als mögliche Störfaktoren nennt er Koffein am Nachmittag, Alkohol oder ein ungeeignetes Abendessen. Nahrungsergänzungsmittel wie Melatonin oder Magnesium könnten unterstützen, seien aber kein Ersatz für eine gesunde Routine. Von frei verkäuflichen Schlafmitteln rät er ab, da sie oft eine Abhängigkeit förderten. „Hartnäckige Schlaflosigkeit kann auf eine zugrunde liegende Erkrankung wie Schlafapnoe hinweisen. Hier ist eine ärztliche Abklärung unerlässlich“, erklärt Bertram.
Weiche Plaque und Statine: Chancen statt Ängste
Der dritte Themenkomplex dreht sich um weiche Plaque in den Arterien und die Einnahme von Statinen. Dr. Bertram stellt klar: „Die Entdeckung von weichen Plaques ist keine Katastrophe, sondern eine Chance.“ Wer über den Zustand seiner Gefäße Bescheid wisse, könne gezielt gegensteuern. Statine senkten das LDL-Cholesterin und stabilisierten die Plaques, sodass das Schlaganfallrisiko deutlich abnehme. Zusätzlich empfiehlt er eine entzündungshemmende Ernährung, regelmäßige Bewegung und den Verzicht auf Rauchen. Die Kombination aus medikamentöser Therapie und Lebensstiländerung sei der effektivste Weg. „Patienten sollten keine Angst vor Statinen haben, sondern die Risiken mit ihrem Arzt besprechen“, so der Experte.
Dr. Bertram ermutigt die Hörer, weiterhin Fragen per E-Mail an laengerleben@funkemedien.de oder über seinen Instagram-Account @drfelixbertram zu senden. Die nächste Sommerfolge wird sich dann mit den nächsten Einsendungen beschäftigen.



