Ein Fest im Gehörlosenzentrum in Aachen hat einen großen Rettungseinsatz ausgelöst. 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden mit Magen-Darm-Beschwerden in örtliche Krankenhäuser gebracht. Nach Angaben der Feuerwehr hatten sechs von ihnen mittelschwere Symptome, die übrigen elf klagten über leichtere Beschwerden.
Die Betroffenen berichteten über ähnliche Krankheitszeichen, darunter Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Die Einsatzkräfte vermuten, dass der Verzehr verdorbener Lebensmittel die Ursache ist. Die Feuerwehr erklärte, es liege nahe, dass die Beschwerden auf verdorbene Speisen zurückgehen. Details zu den genauen Umständen waren zunächst nicht bekannt.
Dolmetscherinnen unterstützen Rettungskräfte
Besonders herausfordernd war die Kommunikation mit den gehörlosen Betroffenen. Da die Einsatzkräfte keine Gebärdensprache beherrschen, waren sie auf Dolmetscherinnen angewiesen. Diese waren bereits bei der Veranstaltung anwesend und halfen während des gesamten Einsatzes bei der Befragung der Patienten und der Übergabe an die Ärzte.
Ohne die Dolmetscherinnen wäre die Erfassung der Symptome und die Einschätzung der Lage deutlich schwieriger gewesen. So konnten alle Betroffenen schnell und gezielt versorgt werden. Der Einsatz zeigt, wie wichtig barrierefreie Kommunikation in Notsituationen ist.
Gesundheitsamt ermittelt zur Ursache
Die Feuerwehr zog das Gesundheitsamt hinzu, das die weiteren Untersuchungen übernahm. Um andere Ursachen wie etwa eine Gasvergiftung oder Belastung der Raumluft auszuschließen, wurden Messungen im gesamten Gebäude vorgenommen. Wie die Einsatzkräfte mitteilten, wurden dabei keine Auffälligkeiten festgestellt.
Damit richtet sich der Verdacht weiterhin auf die bei der Feier servierten Speisen und Getränke. Das Gesundheitsamt prüft nun, ob verdorbene Lebensmittel die Beschwerden ausgelöst haben. Ergebnisse lagen zunächst nicht vor.
Lebensmittelvergiftungen: Gefahr durch Keime
Magen-Darm-Infektionen nach dem Verzehr kontaminierter Lebensmittel gehören zu den häufigen Gesundheitsrisiken. Sie werden meist durch Bakterien wie Salmonellen oder Campylobacter verursacht, aber auch durch Viren wie Noroviren. Die Symptome setzen oft innerhalb weniger Stunden nach dem Verzehr ein und klingen meist nach ein bis zwei Tagen ab.
Bei den 17 betroffenen Gästen handelte es sich nach ersten Erkenntnissen nicht um lebensbedrohliche Fälle. Dennoch mussten sechs Personen wegen mittelschwerer Beschwerden intensiver behandelt werden. Die übrigen elf kamen mit leichteren Symptomen davon.
Barrierefreie Einsatzkoordination
Dass bei dem Einsatz Dolmetscherinnen verfügbar waren, war nach Angaben der Feuerwehr ein großer Vorteil. Häufig müssen Rettungskräfte auf schriftliche Verständigung oder Gesten ausweichen, wenn gehörlose Menschen betroffen sind. In besonderen Einrichtungen wie dem Gehörlosenzentrum kann jedoch auf geschultes Personal zurückgegriffen werden.
Dass in Aachen Dolmetscherinnen vor Ort waren, dürfte den Ablauf erheblich erleichtert haben. Ohne sie wäre eine schnelle und umfassende Befragung aller betroffenen Gäste kaum möglich gewesen. Der Einsatz zeigt, wie wichtig barrierefreie Kommunikationswege im Rettungswesen sind.
Symptome und richtiges Verhalten
Typische Anzeichen einer Lebensmittelvergiftung sind Bauchschmerzen, Übelkeit, Brechreiz, Durchfall und manchmal Fieber. Die Erkrankung bricht meist abrupt aus, oft zwischen einer und 48 Stunden nach der Aufnahme der verunreinigten Speisen. Wer viel Flüssigkeit verliert, sollte Elektrolytlösungen zu sich nehmen. Bei anhaltenden Beschwerden, Blut im Stuhl oder hohem Fieber ist ärztliche Hilfe erforderlich.
Im Fall des Gehörlosenzentrums waren die Symptome offenbar so massiv, dass ein Großaufgebot an Rettungskräften ausrückte. Die große Zahl der Betroffenen in einem einzigen Gebäude deutet auf eine gemeinsame Quelle hin.
Ermittlungen und Ausblick
Es wird erwartet, dass die Untersuchungen des Gesundheitsamtes in den nächsten Tagen erste Hinweise liefern. Je nach Ergebnis könnten weitere Empfehlungen zur Lebensmittelhygiene ausgesprochen werden. Eine Stellungnahme der Betreiber stand zunächst nicht zur Verfügung.
Für die betroffenen Gäste bleibt zu hoffen, dass ihre Beschwerden schnell abklingen. Die meisten Magen-Darm-Infektionen heilen ohne Folgeschäden aus. Die Feuerwehr weist darauf hin, dass bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Symptomen unbedingt ein Arzt aufgesucht werden sollte.



