Millionen unnötige Arztbesuche: Bürokratie verhindert Reform
Millionen unnötige Arztbesuche: Bürokratie verhindert Reform

Berlin – Trotz eines seit Februar 2025 geltenden Gesetzes zur Vereinfachung von Rezeptverlängerungen für chronisch Kranke wird die sogenannte Quartalslogik weiterhin praktiziert. Millionen Patienten müssen weiterhin vierteljährlich zum Arzt, nur um ein Rezept abzuholen, obwohl sie keine neuen Beschwerden haben. Grund ist die fehlende Umsetzung der Reform, die von Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) auf den Weg gebracht wurde.

Patientenschützer Eugen Brysch kritisiert Ärztevertreter und Krankenkassen scharf. Er wirft ihnen vor, an überflüssigen Arztkontakten festzuhalten, um Einnahmen zu sichern. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) weist dies zurück und betont, die geplante Jahrespauschale sei einnahmenneutral. Auch die Krankenkassen unterstützen die Reform grundsätzlich, wie Stefanie Stoff-Ahnis vom GKV-Spitzenverband erklärt.

Gesundheitsökonom Boris Augurzky schätzt, dass von rund einer Milliarde Arztkontakten pro Jahr eine siebenstellige Zahl auf die Quartalslogik zurückgeht. Diese unnötigen Termine belasten sowohl Patienten als auch das Gesundheitssystem. Die Umstellung auf eine Jahrespauschale gestaltet sich jedoch technisch schwierig, da sie in das bestehende Abrechnungssystem integriert werden muss.

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Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) fordert eine zügige Einigung und droht mit rechtlichen Schritten, falls es zu weiteren Verzögerungen kommt. Sie sieht in der Reform eine Möglichkeit, Wartezeiten zu reduzieren und Versorgungskapazitäten zu entlasten. Eine Einigung wird für das Frühjahr 2025 erwartet.

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