Potsdamer App gegen Demenz: Rezeptpflichtig und von Kassen bezahlt
Potsdamer App gegen Demenz – Rezeptpflichtig

Ein Startup aus Potsdam hat eine App entwickelt, die das Risiko einer Demenzerkrankung senken soll. Die Anwendung ist als Medizinprodukt zertifiziert und wird von gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Eine klinische Studie soll nun die Wirksamkeit nachweisen.

App auf Rezept – ein Novum in der Demenzprävention

Die drei Gründer aus Potsdam haben eine digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) geschaffen, die gezielt kognitive Fähigkeiten trainiert. Ärzte können die App verschreiben, und die Kosten werden von den Krankenkassen getragen – ähnlich wie bei anderen digitalen Therapien. Die App soll helfen, geistige Fitness zu erhalten und demenzielle Entwicklungen zu verzögern oder zu verhindern.

Die App ist ein Medizinprodukt der Klasse I und durchläuft derzeit die erforderlichen Zulassungsverfahren. Sie wird bereits in ersten Praxen eingesetzt. Die Entwickler betonen, dass die App kein Wundermittel sei, aber ein wichtiger Baustein in der Prävention. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat die vorläufige Zulassung erteilt.

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Studie soll Wirkung belegen

Um die Wirksamkeit der App nachzuweisen, läuft aktuell eine randomisierte kontrollierte Studie mit mehreren hundert Teilnehmern. Erste Ergebnisse werden in sechs Monaten erwartet. Die Studie wird von unabhängigen Forschern der Universität Potsdam begleitet. Sollte die App ihre Wirkung bestätigen, könnte sie dauerhaft ins Leistungsverzeichnis der Krankenkassen aufgenommen werden.

Das Konzept der App basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen der Neuroplastizität. Durch regelmäßiges Training sollen Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Problemlösungsfähigkeiten gestärkt werden. Die Übungen sind spielerisch gestaltet, um die Motivation hochzuhalten und eine langfristige Nutzung zu fördern.

Prävention als Schlüssel gegen Demenz

Demenz ist eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Gesellschaft. In Deutschland leben rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz, Tendenz steigend. Präventive Maßnahmen wie kognitives Training, Bewegung und gesunde Ernährung können das Risiko senken. Die App der Potsdamer Gründer setzt genau hier an.

Das Team arbeitet eng mit Neurologen und Geriatern zusammen, um die Inhalte an die neuesten Forschungsergebnisse anzupassen. Die App ist für Menschen ab 50 Jahren geeignet, unabhängig von Vorerkrankungen. Die Nutzer können ihren Fortschritt verfolgen und erhalten personalisierte Übungen.

Die Gründer sehen großes Potenzial in der digitalen Prävention. „Wir wollen Menschen helfen, eigenverantwortlich etwas für ihre geistige Gesundheit zu tun“, sagt einer der Entwickler. Die App sei niedrigschwellig und könne von jedem genutzt werden, der sein Demenzrisiko reduzieren möchte.

Blick in die Zukunft

Falls die Studie positive Ergebnisse bringt, könnte die App bald flächendeckend verschrieben werden. Die Krankenkassen zeigen sich interessiert, denn präventive Maßnahmen sind meist günstiger als die Behandlung einer manifesten Demenz. Die App ist bereits auf Deutsch und Englisch verfügbar, weitere Sprachen sind in Planung.

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