Ärztin kritisiert mangelnde Hitzevorsorge in Deutschland
Ärztin kritisiert mangelnde Hitzevorsorge

Die Medizinerin Beate Müller hat die mangelnde Vorbereitung Deutschlands auf extreme Hitze scharf kritisiert. In einem Interview mit dem SPIEGEL beschrieb sie chaotische Zustände in Notaufnahmen und strukturelle Defizite im Gesundheitssystem. „Ich hoffe, dass die 5000 nicht umsonst starben“, sagte Müller mit Blick auf die geschätzte Zahl der Hitzetoten im vergangenen Jahr. Die Gesellschaft unterschätze die Gefahr noch immer.

Chaos in den Notaufnahmen

Laut Müller führen Hitzewellen regelmäßig zu einem Ansturm auf die Notaufnahmen. Ältere Menschen und Vorerkrankte seien besonders gefährdet. Die Einrichtungen seien personell und technisch nicht ausreichend auf solche Extremwetterereignisse vorbereitet. „Es fehlt an Kühlmöglichkeiten, an Personal und an klaren Abläufen“, so die Ärztin.

Strukturelle Defizite im Gesundheitssystem

Müller kritisierte, dass das deutsche Gesundheitssystem nicht auf die zunehmenden Hitzewellen ausgelegt sei. Es mangele an Hitzeaktionsplänen und an der Sensibilisierung der Bevölkerung. „Wir brauchen dringend mehr Investitionen in die Infrastruktur, etwa in klimatisierte Räume und Schulungen für das Personal“, forderte sie.

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Gesellschaftliche Unterschätzung der Gefahr

Die Medizinerin betonte, dass die Gefahr extremer Hitze in der Öffentlichkeit noch immer unterschätzt werde. Dabei seien die Folgen gravierend: Von Kreislaufproblemen über Hitzschlag bis hin zu Todesfällen. „Wir müssen endlich handeln, bevor die nächste Hitzewelle kommt“, appellierte Müller.

Forderung nach politischen Maßnahmen

Müller forderte die Politik auf, verbindliche Hitzeaktionspläne zu erlassen. Dazu gehörten Frühwarnsysteme, Kühlräume für gefährdete Gruppen und mehr Grünflächen in Städten. Auch die Pflegeheime und Krankenhäuser müssten besser ausgestattet werden. „Es geht um Leben und Tod“, so die Ärztin.

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