Krebsärztin und Forscherin Sophy Denker: Patienten auf Augenhöhe begegnen
Sophy Denker: Krebsforscherin über Augenhöhe mit Patienten

Die Begegnung auf Augenhöhe

Wenn Sophy Denker auf einer Party erzählt, dass sie Hämatonkologin ist, folgt oft Stille. Krebs ist ein angstbehaftetes Thema, viele Menschen haben nur schlechte Erfahrungen im Umfeld gemacht. Denker selbst sieht aus der Klinikperspektive eine Mischung aus guten und schlechten Verläufen. Sie ist optimistischer, weil die Behandlungserfolge stetig steigen.

Warum Hämatoonkologie?

Denker forscht auf einem Feld mit viel Bewegung: den Bluterkrankungen. Die Behandlungslandschaft verändert sich ständig, und die Forschung ist eng mit der Patientenversorgung verbunden. Sie entwickelt Fragestellungen und bringt neue Therapien direkt ans Krankenbett. Diese Verbindung begeistert sie jeden Tag.

Die CAR-T-Zelltherapie im Detail

Bevor die Zellen gesammelt werden, prüft Denker die Eignung der Patienten. Am Tag der Sammlung übernimmt das Pflegeteam die Hauptarbeit. Die Zellen werden im Labor bearbeitet. Nach einer vorbereitenden Chemotherapie (Lymphodepletion) werden die CAR-T-Zellen reinfundiert. Die Patienten bleiben zehn Tage zur Überwachung akuter Nebenwirkungen.

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Mögliche Nebenwirkungen sind der Zytokinsturm (Cytokine-Release-Syndrom) mit hohem Fieber, das Sauerstoff oder Blutdruckstabilisatoren erfordert, sowie neurologische Toxizität mit Sprach- und Konzentrationsstörungen. Selten verlieren Patienten die Orientierung, was an einen Schlaganfall grenzt. Diese Überreaktion klingt meist nach einigen Tagen ab.

Der informierte Patient

Viele Krebspatienten kommen gut vorbereitet, bringen Studien mit und haben viel gelesen. Denker schätzt die Gespräche auf Augenhöhe und Entscheidungen im Konsens. „Wenn manche eine Therapie ablehnen, ist das auch okay“, sagt sie. Das Gespräch mit informierten Patienten sei herausfordernd, aber einfacher als mit Uninformierten.

Langzeitbegleitung und Freude

Nach der Behandlung werden Patienten in den Ambulanzen weiter betreut. Denker erinnert sich an einen jungen Mann mit Mantelzell-Lymphom, der Jahre später mit seinem Kind auf dem Arm zu Besuch kam. „Das macht einen sehr glücklich“, sagt sie.

Clinician Scientist: Forschung und Klinik vereinen

Denker arbeitet als Clinician Scientist am Berliner Institut für Gesundheitsforschung. Sie ist zur Hälfte von der Klinik freigestellt für Forschungsprojekte. Die Hybridfunktion empfindet sie als spannend. Komplexe Krebstherapie erfordere Teamarbeit, nicht Einzelarbeit am Abend. Studienkoordinatoren und Study Nurses unterstützen die klinischen Studien.

Angesichts der alternden Gesellschaft wird die Zusammenarbeit von Forschung und Klinik immer wichtiger, damit neue Therapien früh eingesetzt werden können. Denker sieht ihre Rolle an dieser Schnittstelle als zukunftsträchtig.

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