Die Angst, dass Sprudelwasser den Zähnen schaden könnte, hält sich hartnäckig. Eine neue Untersuchung, die auf der Jahrestagung „Nutrition 2026“ der American Society for Nutrition vorgestellt wurde, liefert nun beruhigende Ergebnisse: Reines Mineralwasser mit Kohlensäure greift den Zahnschmelz in üblichen Mengen nicht ernsthaft an.
Studiendesign und zentrale Ergebnisse
An der Studie nahmen 20 Erwachsene teil, die nacheinander vier verschiedene Getränke konsumierten: zuckerhaltige Limonade, Sprudelwasser, calciumangereichertes Sprudelwasser und stilles Wasser. Die Forscher maßen anschließend die Veränderung des pH-Werts im Speichel. Das Ergebnis: Limonade ließ den pH-Wert am stärksten sinken. Sprudelwasser senkte ihn zwar ebenfalls, aber deutlich schwächer. Bereits nach rund 20 Minuten hatte sich der pH-Wert bei beiden Sprudelwassern weitgehend normalisiert. Während der gesamten Messung blieb der Wert oberhalb des kritischen Bereichs, in dem Zahnschmelz Mineralien verliert.
Entwarnung mit kleinen Einschränkungen
Trotz dieser positiven Resultate warnen die Forscher vor voreiliger Entwarnung. Die Daten wurden bislang nur auf einem Fachkongress präsentiert und nicht in einem peer-reviewten Journal veröffentlicht. Zudem ist die Teilnehmerzahl mit 20 Personen gering, weshalb keine langfristigen Aussagen möglich sind. Dennoch bestätigen frühere Studien den Trend: Bereits im Jahr 2001 zeigte eine Untersuchung, dass Mineralwasser den Zahnschmelz deutlich weniger angreift als Softdrinks. Eine Studie aus dem Jahr 2007 wies jedoch auf ein höheres Risiko bei aromatisierten Mineralwässern hin – bedingt durch zugesetzte Säuren wie Zitronensäure.
Die Rolle des Speichels
Für den Schutz der Zähne ist der Speichel von zentraler Bedeutung. Er neutralisiert Säuren und hilft, den Zahnschmelz mit Mineralien wieder aufzubauen. Nach dem aktuellen Wissensstand besteht daher kein Grund, auf sprudelndes Mineralwasser zu verzichten. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift zu calciumangereichertem Sprudel oder trinkt es zu den Mahlzeiten, wenn die Speichelproduktion ohnehin erhöht ist.
Fazit für Verbraucher
Die neue Studie entkräftet die Sorge vor Zahnschäden durch Sprudelwasser. Solange Sie reines Mineralwasser ohne zusätzliche Aromen oder Zucker trinken, können Sie bedenkenlos genießen. Bei aromatisierten Varianten ist hingegen Vorsicht geboten. Die Zahnärzteschaft empfiehlt zudem regelmäßige Kontrollen, um die Zahngesundheit langfristig zu sichern.



