Eine aktuelle Studie der britischen UK Biobank zeigt, dass bestimmte Schlafgewohnheiten langfristig zu messbaren Veränderungen im Gehirn führen können. Die Untersuchung, an der über 23.000 Erwachsene teilnahmen, wurde im Fachjournal „Alzheimer’s & Dementia“ veröffentlicht und identifiziert drei Schlafmuster, die mit einem erhöhten Risiko für Hirnschäden verbunden sind.
Die drei riskanten Schlafmuster
Die Forscher um Erstautorin Madeline Ally werteten Daten von 23.377 gesunden Teilnehmern aus. Zu Beginn der Studie litten die Probanden weder an Demenz noch an anderen neurologischen oder schweren psychischen Erkrankungen. Ihr Schlafverhalten wurde mittels Fragebogen erfasst. Im Durchschnitt neun Jahre später untersuchten die Wissenschaftler die Gehirne der Teilnehmer mit Hilfe von Magnetresonanztomographie (MRT). Dabei konzentrierten sie sich auf Veränderungen in der weißen Hirnsubstanz, die auf kleine Gefäßschäden hindeuten können.
Drei Verhaltensweisen waren besonders auffällig:
- Weniger als sechs Stunden Schlaf pro Nacht
- Häufige Tagesschläfchen – die Studie unterschied nicht zwischen kurzen Powernaps und längeren Schlafphasen
- Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen (Schlaflosigkeit)
Diese Muster waren mit einem größeren Volumen an Hirnveränderungen verbunden, selbst bei Menschen über 60 Jahren. Die Zusammenhänge blieben auch bestehen, wenn Faktoren wie Alter, Geschlecht, Blutdruck, Gewicht, Rauchen und Bewegung berücksichtigt wurden.
Weitere Erkenntnisse
Für Schlafzeiten von mehr als neun Stunden reichten die Daten nicht aus, um präzise Aussagen zu treffen. Die Studie ist eine Beobachtungsstudie, daher kann sie keinen direkten kausalen Zusammenhang nachweisen. Sie zeigt jedoch einen klaren Zusammenhang zwischen bestimmten Schlafmustern und Merkmalen einer ungünstigeren Gefäßgesundheit im Gehirn.
Schlaf als Teil eines gesunden Lebensstils
Die Ergebnisse unterstreichen, dass Schlaf nicht nur eine Erholungsphase ist, sondern ein fester Bestandteil eines gesunden Lebensstils sein sollte, um die langfristige Hirngesundheit zu erhalten. Wer regelmäßig weniger als sechs Stunden schläft, häufig tagsüber ein Nickerchen macht oder unter Schlaflosigkeit leidet, könnte Jahre später ein erhöhtes Risiko für vaskuläre Demenz und andere kognitive Einschränkungen haben.



