Studie: Fernsehkonsum erhöht Demenzrisiko – besonders bei Männern
Studie: Fernsehkonsum erhöht Demenzrisiko bei Männern

Eine Langzeitstudie der University of Southern California (USC) kommt zu alarmierenden Ergebnissen: Menschen, die regelmäßig stundenlang fernsehen, weisen Jahre später messbare Veränderungen in Hirnregionen auf, die mit frühen Anzeichen der Alzheimer-Krankheit in Verbindung stehen. Besonders betroffen sind Männer.

Die Studie im Detail

Für die Untersuchung werteten die Forscher um Studienleiter Prof. David Raichlen Daten von 1712 Frauen und Männern aus der landesweiten Langzeitstudie „Atherosclerosis Risk in Communities“ (ARIC) aus. Bereits Ende der 1980er-Jahre machten die Teilnehmer Angaben zu ihrem Fernsehkonsum. Rund 22 Jahre später analysierten die Wissenschaftler ihre Gehirne mittels Magnetresonanztomographie (MRT).

„Jahrelang haben wir uns darauf konzentriert, wie viel Zeit die Menschen im Sitzen verbringen“, betont Prof. Raichlen in einer Universitätsmitteilung. Seine Vermutung: „Nicht die Dauer des Sitzens allein ist entscheidend, sondern womit Menschen ihre Zeit verbringen.“

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Veränderungen im Gehirn

Die Ergebnisse zeigen, dass Personen, die nach eigenen Angaben häufig vor dem Fernseher saßen, ein geringeres Volumen in Hirnregionen aufwiesen, die mit frühen Alzheimer-Anzeichen assoziiert sind. Zudem fanden die Forscher Veränderungen der weißen Hirnsubstanz, die das Risiko für geistigen Abbau erhöhen können. Dieser Zusammenhang blieb auch dann bestehen, wenn die Wissenschaftler Faktoren wie Bewegung, Diabetes, Rauchen und Alkoholkonsum statistisch berücksichtigten.

Männer besonders betroffen

Auffällig war, dass die nachteiligen Effekte bei Männern deutlich stärker ausgeprägt waren als bei Frauen. Die Forscher können dies bislang nicht abschließend erklären. Eine Vermutung ist, dass Frauen ihre Sitzzeiten häufiger unterbrechen. Weitere Untersuchungen sollen die Ursachen klären.

Die Wissenschaftler sehen klare Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen langem Fernsehen und einem erhöhten Demenzrisiko. Ob Fernsehen direkt das Gehirn schädigt oder ob andere Faktoren wie eine insgesamt sitzende Lebensweise mitwirken, wollen sie in künftigen Studien differenzieren.

Ausblick und Grenzen der Studie

Die Studie basiert auf Selbstauskünften, die potenziell ungenau sein können. Zudem wurde der Fernsehkonsum nur zu einem Zeitpunkt erhoben, sodass Veränderungen im Lauf der Jahre nicht erfasst wurden. Dennoch unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung geistig anregender Aktivitäten für die Gesundheit des Gehirns und mahnen zu einem bewussten Umgang mit Bildschirmzeit, insbesondere bei Männern.

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