Eine internationale Studie unter Leitung der Universität Galway in Irland liefert Hinweise darauf, dass ein guter Vitamin-D-Spiegel in der Lebensmitte das Gehirn langfristig schützen könnte. Die Untersuchung, veröffentlicht im Fachjournal „Neurology Open Access“, zeigt erstmals einen Zusammenhang zwischen höheren Vitamin-D-Werten bei Menschen um die 40 und weniger schädlichen Tau-Ablagerungen im Gehirn rund 16 Jahre später. Diese Ablagerungen gelten als früher Marker für die Alzheimer-Krankheit.
Studiendetails und Ergebnisse
Für die Studie maßen die Forscher bei knapp 800 Erwachsenen den Vitamin-D-Spiegel im Blut. Die Teilnehmer waren im Durchschnitt 39 Jahre alt. Nach 16 Jahren scannten die Wissenschaftler deren Gehirne und suchten nach Alzheimer-Markern. Das Ergebnis: Personen, die zu Beginn höhere Vitamin-D-Werte aufwiesen, zeigten im Alter signifikant weniger Tau-Ablagerungen. Alter, Geschlecht und depressive Symptome wurden statistisch berücksichtigt.
„Vitamin D in der Lebensmitte könnte ein wichtiger Faktor für den Schutz der zukünftigen Gehirngesundheit sein“, sagt die Neurologin und Studienautorin Emer McGrath von der Universität Galway in einer Pressemitteilung. Studienhauptautor Dr. Martin Mulligan betont, dass die Lebensmitte eine Phase sei, in der die Modifizierung von Risikofaktoren besonders große Bedeutung habe.
Vitamin D und Demenz: Bisherige Erkenntnisse
Dass niedrige Vitamin-D-Werte bei Menschen über 70 das Demenzrisiko erhöhen, war bereits aus früheren Untersuchungen bekannt. Neu ist der Befund, dass bereits im mittleren Erwachsenenalter ein Zusammenhang mit späteren Alzheimer-Markern besteht. Vitamin D wird vom Körper bei Sonnenlicht produziert und kommt in Lebensmitteln wie Lachs, Eigelb und angereicherten Produkten vor. In den vergangenen Jahren haben mehrere Studien gezeigt, dass ein Mangel negative Auswirkungen auf kognitive Fähigkeiten älterer Menschen haben kann.
Klinische Studien nötig
Die Autoren weisen darauf hin, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, die lediglich einen Zusammenhang zeigt, aber keine Kausalität beweist. „Diese Ergebnisse sind zwar sehr interessant, zeigen aber lediglich einen Zusammenhang zwischen Vitamin D und frühen Anzeichen von Demenz im Gehirn auf“, sagt McGrath. Erst weitere klinische Studien könnten klären, ob Vitamin-D-Präparate Demenz tatsächlich verhindern können. Dennoch unterstreichen die Ergebnisse die potenzielle Bedeutung eines gesunden Vitamin-D-Spiegels bereits im mittleren Alter für die langfristige Gehirngesundheit.



