Wegen zweier brutaler Überfälle auf Hotelgäste in Berlin muss sich ein 22-jähriger Mann vor dem Landgericht Berlin verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm schweren Raub vor. Der Angeklagte soll an Zimmertüren geklopft, die Opfer mit einem Messer bedroht und Bargeld sowie Wertgegenstände gefordert haben. In einem Fall soll er eine Frau zu Boden gestoßen und geschlagen haben. Die Verteidigerin erklärte zu Prozessbeginn, ihr Mandant gestehe die wesentlichen Vorwürfe und bereue die Taten. Er bestreite jedoch einen Faustschlag sowie den Einsatz eines Messers in diesem speziellen Fall.
Überfall in Berlin-Mitte
Laut Anklage soll der 22-Jährige vor rund fünf Monaten zunächst ein Hotel in Berlin-Mitte aufgesucht haben. In der sechsten Etage klopfte er an eine Zimmertür. Als eine Frau öffnete, stieß er sie zu Boden, schlug sie und bedrohte sie. Dabei erbeutete er 100 Euro Bargeld, Kopfhörer und Modeschmuck. Das Opfer war eine Touristin aus Brasilien.
Zweiter Überfall in Wilmersdorf
Nur etwa 20 Stunden später schlug der Angeklagte erneut zu. In einem Hotel im Stadtteil Wilmersdorf überfiel er zwei Frauen und erbeutete über 8.000 Euro. Die erste Zeugin, eine 39-jährige Rumänin, schilderte vor Gericht die Ereignisse des Abends des 9. Februar. „Als ich die Tür öffnete, zog der Mann ein Messer und verlangte Geld“, sagte sie. „Es ist ein Trauma und wird für mich wohl ein Trauma bleiben.“ Aus Angst habe ihre Freundin den Zimmersafe geöffnet, in dem sich die Geldbörsen befanden.
Festnahme und weiteres Verfahren
Der Angeklagte wurde wenige Stunden nach der zweiten Tat festgenommen und befindet sich seither in Untersuchungshaft. Seine Verteidigerin kündigte an, dass er sich zu einem späteren Zeitpunkt umfassend äußern werde. Der Prozess ist bislang für zwei weitere Tage bis zum 24. August angesetzt. Das Urteil wird zu einem späteren Zeitpunkt erwartet. Die Überfälle hatten in der Öffentlichkeit für Aufsehen gesorgt und die Sicherheitsbedenken von Hotelgästen verstärkt.



