Klinikum Ingolstadt erwartet steigende Verluste nach Gesetzesänderung
Klinikum Ingolstadt: Verluste steigen nach Gesetzesänderung

Das Klinikum Ingolstadt erwartet wegen einer Gesetzesänderung im Krankenhausbereich deutlich steigende Verluste. Nach aktuellen Berechnungen könnten die Defizite bis zum Jahr 2026 auf rund 60 Millionen Euro anwachsen. Das berichtet die Augsburger Allgemeine unter Berufung auf interne Unterlagen des Klinikums.

Hintergrund: Die Krankenhausreform und ihre Folgen

Die Bundesregierung hatte im vergangenen Jahr eine umfassende Krankenhausreform auf den Weg gebracht. Kernstück ist die Umstellung der Finanzierung von Fallpauschalen auf Vorhaltepauschalen. Diese sollen die Kliniken unabhängiger von der Zahl der Behandlungen machen. Doch für das Klinikum Ingolstadt bedeutet die Umstellung zunächst einmal weniger Einnahmen.

Nach Angaben der Geschäftsführung wird das Haus im laufenden Jahr voraussichtlich ein Defizit von etwa 20 Millionen Euro einfahren. Im kommenden Jahr soll sich der Fehlbetrag auf rund 30 Millionen Euro erhöhen. Für 2026 wird sogar ein Minus von 60 Millionen Euro erwartet, sofern keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

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Ursachen: Weniger Fälle, höhere Kosten

Die Verluste haben mehrere Gründe. Zum einen sinkt die Zahl der stationären Behandlungen – ein bundesweiter Trend, der auch vor Ingolstadt nicht Halt macht. Zum anderen steigen die Kosten für Personal, Energie und Medizintechnik erheblich. Hinzu kommen die Auswirkungen der Inflation, die die Betriebskosten weiter in die Höhe treiben.

Geschäftsführer Andreas Tietze erklärte gegenüber der Augsburger Allgemeinen: „Die Krankenhausreform ist für uns eine enorme finanzielle Herausforderung. Wir müssen jetzt konsequent gegensteuern, um die Versorgung in der Region langfristig zu sichern.“

Gegenmaßnahmen: Einsparungen und Kooperationen

Um die Verluste zu begrenzen, plant das Klinikum ein umfangreiches Sparpaket. Unter anderem sollen Verwaltungskosten reduziert, Einkaufskonditionen neu verhandelt und die Zusammenarbeit mit anderen Kliniken ausgebaut werden. Auch eine stärkere Spezialisierung auf bestimmte Behandlungsbereiche steht auf der Agenda.

Darüber hinaus setzt das Haus auf den Ausbau ambulanter Angebote. „Wir müssen uns als Klinik neu aufstellen“, so Tietze weiter. „Ambulante Operationen und tagesklinische Behandlungen werden künftig eine größere Rolle spielen.“

Auswirkungen auf die Region

Die finanzielle Schieflage des Klinikums hat auch Auswirkungen auf die Region Neuburg-Schrobenhausen. Das Klinikum Ingolstadt ist eines der größten Krankenhäuser der Region und versorgt auch Patienten aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Sollten die Verluste tatsächlich in dieser Größenordnung eintreten, könnte dies zu Einschränkungen im Leistungsangebot führen.

Der Landrat von Neuburg-Schrobenhausen, Peter von der Grün, zeigte sich besorgt: „Wir beobachten die Entwicklung mit großer Sorge. Eine Unterfinanzierung der Kliniken darf nicht dazu führen, dass die medizinische Versorgung auf dem Land leidet.“

Forderungen an die Politik

Das Klinikum Ingolstadt fordert von der Politik eine Nachbesserung der Krankenhausreform. Insbesondere die Vorhaltepauschalen müssten so gestaltet sein, dass sie die tatsächlichen Kosten decken. Zudem brauche es eine Anschubfinanzierung für die Umstellung, um die Kliniken nicht zu überfordern.

Die Augsburger Allgemeine berichtet, dass das Klinikum bereits Gespräche mit dem Bayerischen Gesundheitsministerium geführt hat. Bisher gab es jedoch keine konkreten Zusagen. Die Geschäftsführung kündigte an, im kommenden Jahr einen Sanierungsplan vorzulegen, der sowohl Einsparungen als auch Investitionen in zukunftsfähige Bereiche vorsieht.

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